Stendal ( ri ). Nur ein paar ausgeglühte Metallträger, von denen die verkohlten Fetzen der des Belags herunterhängen, ist von einer Anlage für Skater und BMX-Fahrer in Stendal-Stadtsee übrig geblieben. Am 3. Juni waren hier Brandstifter am Werk ( die Volksstimme berichtete ). Gegen Mittag dieses Tages war es trocken und windig – die Brandstifter hatten leichtes Spiel, als sie Feuer an der Sportstätte hinter dem Jugendclub " Zenit " an der Johannes-Kepler-Straße legten.

Die jungen Leute vor Ort sind verärgert. " Wir haben ja keine Rivalen und Neider ", erklärt beispielsweise Stefan Wille. Und Alexander Gruhn meint : " Diese Anlage war gerade an heißen Tagen viel besser zu befahren als die andere nebenan. " Christian Wesemann, der eben noch fürs Foto nebenan ein paar Sprünge in der Luft demonstriert hat, meint : " Der Belag der anderen ist im Sonnenschein richtig rutschig. " Und Alexander Teichmann denkt schon daran, dass es jetzt eng werden könnte hier : " An Wochenenden sind bis zu 40 Leute hier, das wird eine ziemliche Drängelei. " Rebecca Berg ergänzt : " Die Leute kommen bislang sogar aus Tangermünde, Groß Schwechten, aus Bismark und Salzwedel. "

Das Gedränge wird nach Einschätzung der Stendaler Stadtverwaltung auch ein Weilchen andauern. Denn einen Ersatz wird es in diesem Jahr auf gar keinen Fall mehr geben. Jugendamtsleiter Torsten Mehlkopf : " Für das kommende Jahr ist der Bau einer Mulitsportanlage geplant. " Die aber nicht an der Stelle der abgebrannten Skateranlage. Im Gespräch ist das Gelände an den Sportplätzen in der Erich-Weinert-Straße.

Inzwischen muss sich Peter Krupp, zuständig beim städtischen Bauhof für die Spielflächen, um die Reste der alten Anlage kümmern. Die soll sobald wie möglich abgerissen werden. Peter Krupp : " Diese Anlage, die im Jahr 2000 gebaut worden war, zu ersetzen, würde 50 000 Euro kosten. " Schon immer sei der Vandalismus ein Problem für die Stadtverwaltung. " In, normalen ‘ Jahren kosten uns die Vandalismusschäden bis zu 30 000 Euro, das ist jetzt also schon eine völlig neue Qualität der Zerstörungswut. " Er lenkt aber zugleich den Blick auf die Verunreinigungen auf den Spiel- und Sportplätzen : Die schlagen pro Jahr mit rund 70 000 Euro zu Buche und seien nicht allein ein ästhetisches Problem, sondern wie im Falle von Gasscherben ein ernsthaftes Verletzungsrisiko.