Miltern. Mehr als acht Stunden hatten Handwerker und Lehmbauinteressierte aus der Region, aber auch von weit her, jüngst an einer Handwerkerschulung in Miltern teilgenommen. Lehmbauer Markus Grosser hatte den Schulungstag organisiert und dafür einen Experten in Sachen Stampflehm in das kleine Dorf in der Altmark geholt.

Hans-Hubert Heinrich aus Nordrhein-Westfalen stellte den Männern und auch Frauen in Theorie und Praxis technische Hilfsmittel vor, mit denen Lehm verdichtet werden kann. Neben dem traditionellen Handstampfer aus Holz hatte Heinrich auch die Entwicklung eines Luftdruckstampfers dabei – eine Erfindung, die in Deutschland, Japan und Amerika ihren Ursprung hat, sagte Grosser.

Handwerker, Planer, Lehmbauer und auch ein Architektenpaar aus dem Odenwald waren Teilnehmer der Schulung. Praktisch getestet wurden die Geräte des Stampflehmexperten an einem Projekt vor dem Wohn- und Geschäftshaus Markus Grossers in Miltern.

Das Fundament für diese Arbeit hatte er bereits aus Beton vorbereitet. In einem leichten Bogen entstand darauf im Verlauf von etwa sechs Stunden eine etwa zwei Meter hohe Lehmwand. " Es wird eine Plastik ", verriet Grosser, als noch nichts vom Ergebnis zu sehen war. Er möchte künftig mit diesem Objekt für seine Arbeit, sein Handwerk werben. Die Wand aus Lehm werde als Werbeträger für sein Firmenschild dienen. Vom Mittag bis zum Abend stampften die Männer und Frauen fleißig eine zehn Zentimeter dicke Lehmschicht nach der anderen fest. Auf sechs Zentimeter ließ sie sich jeweils verdichten.

Während der Arbeiten hatten die Teilnehmer die Wahl zwischen drei verschiedenen Farben. Lehm in Gelb, Rot und Braun stand ihnen zur Verfügung. Ganz nach Belieben füllten sie Schichten unterschiedlicher Dicke übereinander. Zwei Schalungen wurden übereinander gestellt, um die Höhe von fasst zwei Metern zu erreichen.

Am Abend dann der spannende Moment. Die obere Schalung wurde langsam entfernt. " Das hält ", sagte Markus Grosser. Aufgrund der festen Stampfung stehe das Werk am Ende ganz allein. Und er behielt Recht. Die Schalung war verschwunden, und ein natürliches Kunstwerk in den schönsten Formen und Farben präsentierte sich den Schulungsteilnehmern. Sie standen, schauten und staunten.

" Einfach genial ", waren die ersten Worte, die Grosser für dieses Werk vor seiner Haustür fand. Alle 13 Männer und Frauen schlichen um das Objekt herum. " Von vorn ist es schöner geworden als von hinten ", meinten manche. " Ganz fantastisch ", schwärmten andere. Besonderen Gefallen fanden vor allem die farbigen Wellen im Lehmbau, die gelben Linien, die an etlichen Stellen mit anderen Farben verschmelzen.

Grosser hat bereits mit zahlreichen anderen Seminaren Schülern und auch Handwerkern Wissen rund um den Lehmbau vermittelt.