Der erste Lauf zum Landescup der Feuerwehren Sachsen-Anhalts fand am Sonnabend in Buch statt. Insgesamt fünf Läufe wird es geben. Die Auftaktveranstaltung zu dieser Premiere im Land hatten sich die Bucher Feuerwehrmänner und -frauen vor die eigene Haustür geholt.

Buch. " Stillstehen geht gar nicht. Ich kann nur Achten laufen ", sagt Beatrixe Henschke aus Buch. Sie ist eine von sieben Frauen, die in wenigen Minuten an den Start gehen werden. Zum ersten Mal nehmen die Frauen der Bucher Wettkampfgruppe der Feuerwehr überhaupt an einer solchen Veranstaltung teil. Ausnahme : Christine Eggert. Sie wird in diesem Jahr 50 und war zu DDR-Zeiten sogar bei Landesmeisterschaften der Wehren dabei. Jetzt will sie es noch einmal wissen und steht den jungen Feuerwehrfrauen als Maschinistin zur Verfügung.

Seit Mitte März haben die Frauen geübt, zweimal trocken, dreimal mit Wasser. Heute soll es klappen. Die Aufregung ist riesig. Wehrleiter Marko Mälitz nimmt seine Mädels noch einmal zusammen. Wie ein eingeschworenes Team bilden sie Sekunden vor dem Start einen Kreis, motivieren sich und treten an die Ziellinie. Der Startschuss fällt, sie laufen los und alles klappt reibungslos. Nach 33,95 Sekunden leuchtet die digitale Anzeige auf. " Einwandfrei ", tönt es aus dem Bucher Lager. Die jungen Frauen jubeln laut. Die Zeit ist besser als jedes Trainingsergebnis.

Nicht ganz so gut läuft es dagegeben bei der Männermannschaft. Im ersten Lauf fliegt der Schlauch von der Maschine. " Das ist Risiko ", sagt Marko Mälitz. Beim zweiten Lauf kann alles besser werden. Doch dieses Mal knickt ein Kamerad um und kann nicht so schnell laufen, wie er möchte. Platz zehn wird es am Ende für die Bucher Männer. Sie sind enttäuscht. Gern hätten sie als Ausrichter dieses ersten Laufes im Landes-Cup einen Pokal errungen.

" Das ist eine Wahnsinnstruppe "

Für Buchs Bürgermeister steht jedoch fest : " Das ist eine Wahnsinnstruppe. " Er schwärmt geradezu von der " hervorragenden Atmosphäre, dem Zusammenhalt und dem Miteinander. " Deshalb stützt die Gemeinde auch dieses Vorhaben, zahlt die Leihgebühren für die elektronische Start-Ziel-Einrichtung, hat den Wettkampfplatz in Ordnung gebracht.

Kreisbrandmeister Dieter Bolle ist Gast und beeindruckt vom Niveau dieser Feuerwehrsport-Veranstaltung. " Hier werden keine Kanister umgeworfen ", stellt er fest und verweist auf die Zielscheiben, die mit dem Wasserstrahl punktgenau getroffen werden müssen.

Deutlich wird während der fast fünfstündigen Veranstaltung auch, auf welch technisch unterschiedlichem Niveau die Wehren arbeiten. Während die Bucher seit dem vergangenen Jahr mit modernster Technik ausgestattet sind, treten die Tangermünder beispielsweise mit Utensilien an, die zum Teil 30 Dienstjahre hinter sich haben.

Für die Bölsdorfer Wehr zählt das Dabeisein. " Wir machen mit, weil wir Nachbargemeinde sind ", sagt Wehrleiter Uwe Berzow. Zeit zum Üben habe es jedoch nicht gegeben.

Ein Einsatzwagen des DRK begleitete den Cup-Tag. Auch die Versorgung war gesichert. Volksband und Sparkasse hatten die Pokale und Wanderpokale für den Cup bereitgestellt.

Im Übrigen mussten die Tangermünder zwischendurch den Cup für einen Einsatz verlassen. Ein Böschungsbrand in Tangermünde war gemeldet worden.