Ein kleines Jubiläum hatte die Stendaler Feuerwehr am Wochenende zu feiern : Zum zehnten Mal lud sie zum Tanz in den Mai und zum zehnten Mal gab es einen Tag der offenen Tür. Da blieben einige Besonderheiten natürlich nicht aus.

Stendal. Wenn es auch kein großes Spektakel gab wie im Vorjahr mit historischer Löschvorführung – der Tag der offenen Tür am 1. Mai war gespickt mit kleinen Überraschungen. Die erste kam aus der Bundeshauptstadt in Form einer Abordnung der Hellersdorfer Freiwilligen Feuerwehr. Jörn Müller überreichte den Stendaler Kameraden einen bedruckten Teller als Gastgeschenk mit den Worten : " Das ist ein Bild unserer Feuerwache. Die ist nicht ganz so groß wie die Stendaler, aber wir kriegen die Feuer auch aus. " Nicht weniger scherzhaft gab er seinem Bedauern Ausdruck, dass die Hellersdorfer einen Stendaler Kameraden abgeworben hätten : " Aber vielleicht kommt ja auch mal ein Berliner zu euch. " Maik Schulz, der vor zwei Jahren von Stendal nach Berlin ging, war ausschlaggebend für den Kontakt. " Gute Ausbildung, guter Mann ", so der lakonische Kommentar Müllers zu dessen Qualitäten.

Dass viele weitere Kameraden professionelle Qualitäten besitzen, zeigte sich an der dieses Mal außergewöhnlich langen Beförderungszeremonie. " Die Liste ist ganz schön lang, ich muss wohl einen guten Tag gehabt haben ", bemerkte Wehrleiter Michael Geffers trocken. Neben den Beförderten ( siehe Kasten ) wurden auch die Ortswehrleiter und ihre Stellvertreter in ihre Funktionen berufen : Die Ortswehr Arnim bleibt in den Händen von Adolf Schwelgin, die von Borstel in denen Karsten Ebels, die Bindfelder Kameraden hören auf Jens Bordel und die Staffelder unterstehen weiterhin René Matla.

Mit einer Überraschung ging es nach verschiedenen Vorführungen von Feuerwehrtechnik und Rettungseinsätzen weiter. Die Mini-Feuerwehr der Kita " Nordspatzen " rückte zum Löschen an. Ein kleines Theaterstück, das sie schon ein paar Mal im Kindergarten aufgeführt haben, zeigten sie nun erstmals öffentlich. Oma Eierschecke musste aus einem brennenden Haus gerettet werden. Sie ruft lauthals um Hilfe, und schon eilt die Spatzenfeuerwehr zu Hilfe, rettet die alte Frau mit einer Leiter und löscht das Feuer. Den dafür zum knallroten Löschfahrzeug umgebauten Handwagen mit funktionierendem Blaulicht hat den Kindern Lutz Jörke ( 65 ) von der Alters- und Ehrenabteilung gebaut und geschenkt. Uniformen und Helme spendierte der Feuerwehrverein. Beim Sommerfest der Kita soll der Löschangriff von Stendals jüngsten Feuerwehrmännern ein weiteres Mal gezeigt werden. Der flinke Einsatz ließ einen Feuerwehrmann überlegen : " Vielleicht sollten wir das Eintrittsalter für die Jugendfeuerwehr herabsetzen. " Das liegt bei zehn Jahren, und etwa 30 Mädchen und Jungen sind derzeit dabei.