Wenn heute die Husaren des Traditionsvereins durch die Stendaler Straßen defi lieren, dann eifern sie ihren " echten " Vorbildern des 10. Husaren-Regiments nach. Über dessen Geschichte informiert eine gestern im Altmärkischen Museum eröffnete Ausstellung, die noch mindestens bis zum 17. Mai zu sehen ist.

Stendal. Stendals 10 er Husaren sind mehr als eine Episode aus der Stadt- und Militärgeschichte. Sie haben Namen, hinter denen konkrete Schicksale stehen. Die kleine Ausstellung im Kreuzgang des Katharinenklosters, die gestern eröffnet wurde, macht sie erstmals öffentlich.

Wachtmeister Wilhelm Hansen zum Beispiel. In der Nähe von Gifhorn geboren, diente er sich bei den Stendaler Husaren über den Unteroffizier und den Sergeanten zum Wachtmeister hoch. Er kämpfte im 1. Weltkrieg. 1922 heiratete er die Stendalerin Elli Maibaum. Acht Jahre später beging Wachtmeister Hansen Selbstmord. Als Folge des Krieges soll er unter Depressionen gelitten haben. In einer Vitrine kann man sich seinen Nachlass anschauen : seinen Husarenrock, die Attila, seine Pelzmütze, seinen Schweif, seinen Degen und seinen Militärpass.

Oder Friedrich Ernst Bühmann. Er war als Schneider bei den Husaren tätig, was in den Unterlagen als " Ökonomie-Handwerker " verzeichnet ist.

Leihgaben von Privatpersonen und vom Traditionsverein der Husaren sowie Bestände der Museen Osterburg und Stendal zeichnen ein anschauliches Bild des Husarenlebens in Stendal. Lange verweilen möchte man vor einem Foto, das die Rekrutenstube 61 mit ihren Bewohnern und deren Freizeitbeschäftigungen zeigt : Der eine putzt Stiefel, der andere seinen Gürtel, einer hat einen Besen in der Hand und ein anderer schickt sich an, Geige zu spielen.

Neben einer Regimentschronik sind auch die beiden Tafeln hochinteressant, die die Nutzung des Kasernengeländes " Albrecht der Bär " zu Husarenzeiten derjenigen von heute als Justizzentrum gegenüberstellt. Außerdem können Rang- und Quartierslisten eingesehen werden. Der Traditionsverein hat sehr anschaulich die vielen farbenfrohen Details der Husarenuniformen dargestellt.

Über einen berühmten – wenn auch nicht Stendaler – Husaren referierte am Rande der Ausstellungseröffnung Oberstleutnant a. D. Harald-Uwe Bossert : Ferdinand Baptista von Schill ( 1776 - 1809 ). In seinem Bestreben, eine nationale Erhebung gegen die napoleonischen Besatzer zu entfachen, zog Schill, laut Bossert " einer der kühnsten Kavallerieoffiziere seiner Zeit ", mit seinem Regiment vor 200 Jahren auch durch Arneburg.