Stendal. Für Patienten des Stendaler Johanniter-Krankenhauses ist es seit knapp zwei Wochen wesentlich angenehmer " durch die Röhre geschoben zu werden ", als zuvor. Der neue Computertomograph ( CT ) hat eine um acht Zentimeter größere Öffnung und absolviert die " Fahrt " um den Patienten herum in wesentlich kürzerer Zeit als seine Vorgänger. " Den Rumpf zu scannen, dauert nur noch 10 bis 15 Sekunden ", bestätigt der Chefarzt der Radiologie, Dr. Andreas Trusen, die Erfahrungen der ersten mit dem neuen CT untersuchten Patienten. Er stellte das Gerät gestern gemeinsam mit dem Ärztlichen Direktor des Krankenhauses, Prof. Ulrich Nellessen, und dem Chefarzt der Radioonkologie, Prof. Jens Bahnsen, der Öffentlichkeit vor.

Das, was der Patient als angenehm wahrnimmt, ist für die Mediziner eher ein willkommener Nebeneffekt einer Untersuchungsmethode, deren Weiterentwicklung ihnen mit diesem Gerät völlig neue Diagnosemöglichkeiten eröffnet. War es bislang für den Laien schon beeindruckend, dass mit einem CT bildlich dargestellte Schnitte durch den menschlichen Körper an jeder nur denkbaren Stelle gemacht werden konnten, fasziniert es nun geradezu, die Abbildung eines CT-untersuchten Herzens auf der Leinwand pulsieren zu sehen oder das Herz nach entsprechender Computerbearbeitung der CT-Bilder dreidimensional mit allen Arterien betrachten zu können. Das macht erstmals auch Untersuchungen der Herzkranzgefäße ohne operativen Eingriff ( nicht invasiv ) und Herzkatheter möglich. Bis ins kleinste Detail können die Spezialisten auch die Knochen und die Wirbelsäule betrachten, Frakturen nicht invasiv untersuchen, Gefäßverengungen oder Tumore millimetergenau lokalisieren und Eingriffe dadurch genauer planen. Möglich macht das die 64-Zeilen-Technik, die mit diesem CT zum Einsatz kommt. Die Dicke der dargestellten Schichten des Körpers betrage nur 0, 6 Millimeter, gab Dr. Trusen einen Eindruck von der Genauigkeit der Untersuchungen, die von Kardiologen ebenso wie von Gefäß- und Unfallchirurgen oder Medizinern anderer Fachrichtungen genutzt wird. Mit ihr ist es auch möglich, während der CT-Untersuchung Gewebeproben zielgenauer als je zuvor zu entnehmen. Das Johanniter-Krankenhaus ist das erste im nördlichen Sachsen-Anhalt, das über einen 64-Zeilen-CT verfügt.