Ein lange geplantes, inzwischen aus Kostengründen reduziertes Servicewohnprojekt in der Stendaler Altstadt steht kurz vor seinem Start. In der nächsten Woche ist Baubeginn für 19 Mietwohnungen an der Ecke Hoock / Karnipp. Bis März 2010 soll die Anlage bezugsfertig sein, sagte Projektbetreuerin Edith Wilde am Mittwoch in einer Versammlung des Sozialverbandes. Von Reinhard Opitz

Stendal. Das Hoock-Karnipp-Projekt in der nördlichen Altstadt treibt Edith Wilde seit vielen Jahren um. Ursprünglich mit 32 altengerechten Wohnungen geplant, sollte die winkelförmige Eckbebauung auf den Brachen von Hoock und Karnipp längst stehen. Doch zu hohe Kosten verhinderten die Realisierung der Pläne. Jetzt, nachdem das Projekt abgespeckt und auf 19 Wohnungen reduziert wurde, wird tatsächlich gebaut.

" Baubeginn ist in der nächsten Woche, am 28. Mai ", berichtete Edith Wilde am Mittwoch den Mitgliedern des Sozialverbandes, die sich die Unternehmerin in ihre Mitgliederversammlung eingeladen hatten. Im März nächsten Jahres sollen die Wohnungen, die den Standard des Servicewohnens erfüllen, bezugsfertig sein. " Servicewohnen heißt nicht betreutes Wohnen. Es bedeutet altersgerecht, mit Fahrstuhl und barrierearm ", erläuterte sie den Senioren des Sozialverbandes. Jeder lebe bis ins hohe Alter selbstbestimmt in der eigenen Wohnung, in der auch Pflegeleistungen möglich seien.

Die neue Wohnanlage – Investor ist die Hoock GbR des Rathenower Architekten Raimund Prill, Wilde-Immobilien betreut, vermarktet und verwaltet sie – wird an das letzte Haus auf der Nordseite des Hoock anschließen, an der Ecke Karnipp abknicken und sich noch rund 30 Meter am Karnipp entlang erstrecken. In zwei Etagen und dem ausgebauten Dachgeschoss werden Zwei- und Dreiraumwohnungen von 60 bis 80 Quadratmeter Größe mit Loggien oder Balkons eingerichtet. Die Etagen sind per Fahrstuhl und die Wohnungen über Laubengänge erreichbar. Laut Edith Wilde wird der Neubau so gedämmt sein, dass er dem Standard eines Passivhauses entspricht und nur geringe Heizkosten verursacht.

Das neue Haus wird Gemeinschaftseinrichtungen wie eine Begegnungsstätte für Feiern, Vortragsveranstaltungen und Ähnliches sowie ein Pflegebad, das von einem ambulanten Pflegedienst betreut werden soll, beherbergen. Bei Bedarf gibt es Pkw-Stellplätze und einen überdachten Fahrradstand auf dem Grundstück dahinter. Und wer sich selbst eine Garage bauen will, würde dafür auch Platz finden.

Wie die Diskussion im Sozialverband zeigte, legen die Senioren besonderen Wert auf einen Hausmeister als ständigen Ansprechpartner bei technischen Problemen. Den soll es auch in der Wohnanlage Hoock / Karnipp geben, sicherte Edith Wilde zu.

Möglicherweise wird die große Altstadtbrache am Karnipp in den nächsten Jahren noch weiter bebaut. Anschließend an die Servicewohnanlage könnten private Bauherren noch kleine Reihenhäuser errichten, sagte die Unternehmerin.