Stendal. Mit einer Fortbildung für Lehrer hat gestern die Stendaler Berufsschule I die Europawoche eröffnet. Referent Raj Kollmorgen ist Juniorprofessor für Soziologie und Europastudien an der Magdeburger Otto-von-Guericke-Universität und erklärt : " Europa bietet auch für die Arbeitnehmer in der Altmark viele Chancen. " Um die nutzen zu können, dürfe man sich dem Thema jedoch nicht verschließen. " Europa bedeutet eben mehr als nur Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt und Bürokratie im fernen Brüssel ", so der Wissenschaftler, der die Veranstaltung zugleich nutzte, um für den Studiengang " European Studies " in Magdeburg zu werben. " Ein Studium ist sicher für die meisten Berufsschüler

nicht unbedingt das Hauptziel,

dennoch wird das dank neuer Regelungen in Zukunft für einige von ihnen eine bedenkenswerte Option sein. "

Für das Hier und Jetzt allerdings zähle, die Berufsschüler für kulturelle Besonderheiten in anderen europäischen Ländern zu sensibilisieren. Bereits jetzt ist die BbS I in Stendal mit umfangreichen Austauschprogrammen zum Beispiel mit Partnereinrichtungen in Frankreich und Polen dafür beispielhaft. Kollmorgen : " Wichtig ist mir, den Lehrern – die in ihren Klassen ja als Multiplikatoren wirken – Argumente mit an die Hand zu geben. " Beispielsweise auch für ganz praktische Themen : Wer nicht ausreichend Englisch spricht, habe nur wenig Chancen auf dem boomenden Markt für deutsche Arbeitskräfte in den Niederlanden.

Die englische Sprache dürfte indes für viele Berufsschüler schon diese Woche während der Europawoche von praktischer Bedeutung sein : Beispielsweise beim Fußballturnier mit Schülern der polnischen Partnereinrichtung.