Stendal ( ro / cno ). Die Stimmung in der 22. Stendaler Kneipennacht ließ sich etwas träge an, kam aber nach und nach in Schwung. Nach Angaben des Kneipennächte-Vereinsvorsitzenden Ludwig Reinig wurden etwas mehr als 1000 Besucher gezählt und damit nur halb so viel wie vor einem Jahr. Das führt Reinig zum einen auf die besondere Anziehungskraft der 20. Jubiläumsnacht im Mai 2008 zurück. Und zum anderen : " Wir müssen uns darauf einrichten, dass wir in Krisenzeiten leben. Außerdem gab es am Wochenende eine Fülle von Veranstaltungen in und um Stendal, die uns sicherlich Besucher gekostet haben. "

Zwölf Gaststätten begrüßten die Gäste mit Live-Musik in jeweils ganz besonderem Stil. Für alle Rocker engagierte zum Beispiel der Gerberhof die AC / DC-Coverband Zix Hands, und das war ein voller Erfolg. Weniger Glück hatten die Rolandmusikanten im Haus der Vereine. Blasmusik sollte hier zum Tanz einladen. Doch der erhoffte Zulauf, insbesondere der älteren Bevölkerung, blieb aus. Auch die Husaren, die nach ihrem Traditionstreffen im Vereinshaus eigentlich Party machen wollten, kamen nicht.

Herbstnacht noch offen

Auch die Altmark-Dixieländer, die auf den Straßen für Stimmung sorgen sollten, konnten nur vereinzelte Erfolge verbuchen. Zwei Stunden lang zogen die vier Musiker durch die Innenstadt, wobei sich das Publikum immer auf kleinere Gruppen beschränkte.

Trotz allem herrschte rege Bewegung auf den Straßen bis tief in die Nacht. Im Laufe des Abends verzauberten die Bands und Musiker die Atmosphäre in den Gaststätten mit ihrem jeweils eigenen Flair. Einen guten Griff hatte auch der Irish Pub City getan. Die Berliner Folkband Clover machte aus der Kneipe einen authentischen irischen Pub, wie man ihn sich vorstellt. Guinness und Irish Folk begeisterten Besucher aller Altersgruppen. Bis hinaus auf die Straße erfasste die Musik und die mit ihr verbundene Stimmung die Menschen.

" Die Kneipen waren voll, wenn auch nicht übervoll ", zieht Ludwig Reinig eine verhaltene Bilanz mit positivem Grundton. Dass Stendal im nächsten Mai wieder eine Kneipennacht erleben wird, da ist er sich ziemlich sicher. Ob es auch im Herbst eine geben wird, ist noch offen. Das hängt von der Bilanz der Gastwirte und ihrem Votum in der Mitgliederversammlung des Kneipennächte-Vereins ab.

Reinig distanziert sich von den Randalierern, die in der Nacht eine Scheibe des New Yorker eingeschlagen haben. Das seien keine Kneipennachtgäste gewesen, meint der Vereinsvorsitzende.