65 Piloten aus fünf Ländern schickten gestern mehr als 120 Modellfugzeuge in den Himmel über Bölsdorf. Traditionell wird hier an Himmelfahrt von den Mitgliedern des Modellflugclubs Albatros eine Flugschau veranstaltet. Sie lockte auch in diesem Jahr wieder Hunderte Zuschauer an.

Bölsdorf. " Jetzt wird es romantisch ", sagt Frank Kunde, Vorsitzender des Modellflugclubs Albatros, und schaut zum Himmel hinauf. Frank Heitmann aus Bad Segeberg steuert seine Yak 24 – den Originalnachbau eines russischen Kunstfugzeugs – durch die Lüfte. Und gerade in diesem Augenblick malt er damit ein Herz an den blauen Himmel.

Für diese und andere Kunststücke, die der Modellpilot am gestrigen Tag vollbringt, gibt es von den zahlreichen Zuschauern Applaus. Heitmann vollführt mit der Yak Loopings, Rollen, Rückenflüge und lässt das Modell mit einer Spannweite von mehr als drei Metern sogar senkecht neben sich nur wenige Zentimeter über dem Erdboden in der Luft stehen.

" Wenn ich nur einen kleinen Teil davon beherrschen würde ", sagt ein Anfänger auf diesem Gebiet anerkennend.

" Hier herrschen sehr gute Bedingungen "

Während die Yak noch am Himmel ihre Kreise zieht, fallen einige dicke Regentropfen zur Erde. Im Handumdrehen lassen die Hobbypiloten ihre Lieblinge aus Holz beziehungsweise Plastik und Farbe unter großen Planen verschwinden. Doch schon kurze Zeit später vertreibt die Sonne den Regen.

" Hier herrschen heute sehr gute Bedingungen ", sagt Peter Laub aus Hamburg. Mit zwei Düsenjets und einem Propellermodell ist er nach Bölsdorf gekommen. Das sechste Mal ist er dabei. Seit 30 Jahren widmet er sich dem Modellflug. Ruhig und entspannend sei es, wenn er sein Modell " Piper PA 18 " in den Himmel schicke. " Viel Herzklopfen gibt es ", sagt er, wenn die Düsenjets an den Start gehen.

Was für Peter Laub mit einem Segelflieger begann, ist heute zu einem vielseitigen und zeitaufwendigen Hobby geworden. " Eigentlich sind wir von Ostern bis Ende Sommer immer unterwegs ", sagt er. Seine Frau begleitet ihn. Allein in der Altmark machen die Hamburger eine Woche Station. " Hier herrscht so ein bisschen spanisches und ein wenig Heide-Flair ", sagt Peter Laub mit Blick auf den Standplatz seines Wohnwagens am Rande des Modellflugplatzes.

Das Brandenburger Vater-Sohn-Gespann, Jochen Puterczyk und Olaf Hinze, ist zum dritten Mal in Bölsdorf dabei. Es sei dicht dran und deshalb einen Ausflug wert, so Olaf Hinze. Seit seinem achten Lebensjahr baut er Flugmodelle. Vater Jochen ist seit 1979 Modellbauer und hat im Laufe der Jahre eine Vorliebe für ausgefallene Flugobjekte entwickelt. Dieses Mal hat er einen Saurier dabei, der schon einmal zur Flugschau starten sollte, dann aber aufgrund eines Steuerungsproblems nicht aufsteigen wollte. " Das ist ein Nur-Flügel-Modell ", erklärt der Brandenburger.

" In jedem Modell steckt viel Arbeit "

Während sich Jochen Puterczyk auf seinen Auftritt vorbereitet, sind mehrere Hubschrauber am Himmel zeitgleich zu sehen. Durch ein Missgeschick wird deren Parade unterbrochen. Einige von ihnen stoßen wenige Meter über dem Erdboden zusammen und stürzen ab. Ein Augenblick, der jedem Modellbauer das Bastlerherz bricht. " In jedem Modell, das man selbst gebaut hat, steckt unheimlich viel Arbeit ", erklärt ein Pilot Zuschauern, die den Zusammenprall beobachtet haben.

Neben der vielseitigen Flugschau haben die Mitglieder des Vereins Albatros am Rande des Flugfeldes für jede Menge Abwechslung gesorgt. Quadfahren ist möglich, Hüpfburg, Seilsprungmatte, zahlreiche Versorgungsstände und ein Trödelmarkt laden zum Mitmachen beziehungsweise Bummeln ein. Jeder kommt auf seine Kosten. Die Attraktion für die jüngsten Besucher : der Bonbonregen aus Modellfugzeugen und das Kuscheltierfliegen während der gesamten Veranstaltung.