Nach dem Groß Schwechtener Gemeinderat beschloss am Montag auch der Stadtrat die Eingemeindung des Dorfes mit seinen zwei Ortsteilen Peulingen und Neuendorf am Speck zum 1. Januar 2010 in die Stadt Stendal. Gestern unterschrieben beide Bürgermeister im Stendaler Rathaus den Gebietsänderungsvertrag.

Stendal. Der erste Akt der Gemeindegebietsreform ist über die Bühne. Zwölf weitere sollen folgen – wenn es nach Stendal ginge, auf freiwilliger Basis und nicht auf dem Wege der Zwangseingemeindung. Als erste der 13 ländlichen Gemeinden der VG Stendal-Uchtetal vollzieht Groß Schwechten den Schritt in den Schoß der Stadt Stendal.

Gestern unterschrieben Bürgermeister Gerhard Müller und Stendals Oberbürgermeister Klaus Schmotz im Stendaler Rathaus den Gebietsänderungsvertrag. Am 1. Januar nächsten Jahres wird Groß Schwechten mit seinen beiden Ortsteilen Peulingen und Neuendorf am Speck zu einer Ortschaft der Stadt Stendal. Die Stadt wächst an diesem Tage – wenn es bei Groß Schwerchten bliebe – um 660 Einwohner und 24 Quadratkilometer Fläche.

Keinerlei Siegerlaune in der Stimmung von Schmotz. " Wir unterzeichnen hier den ersten Vertrag der vom Gesetzgeber auferlegten Gemeindegebietsreform ", äußerte sich der OB betont verhalten. Er lobte Groß Schwechten und seine Ortsteile als schönen Zugewinn, als Gemeinde, die auch finanziell gut aufgestellt sei. In der Gemeinde sei lange Zeit hart, aber fair über diesen Weg diskutiert worden, sagte Gerhard Müller. Er sei überzeugt, dass Groß Schwechten keinen besseren Partner hätte finden können. Beide dankten OB-Stellvertreter Axel Kleefeldt, der die Verhandlungen führte.

Schmotz erhofft sich von der Vertragsunterzeichnung mit Groß Schwechten " eine gewisse Signalwirkung " auf die anderen Gemeinden der VG. Mit der Mehrzahl von ihnen stehe die Stadt derzeit in Verhandlungen. Im Juni, nach den Kommunalwahlen, aber vor der Konstituierung des neuen Stadtrats, wird der alte Stadtrat zu einer Sondersitzung zum Thema Gebietsreform zusammenkommen. Bis dahin sollen noch möglichst viele unterschriftsreife Verträge ausgehandelt werden, denn die freiwillige Phase der Eingemeindungen endet am 30. Juni.

" Die Verträge ähneln sich, können aber durchaus unterschiedlich sein ", sagte Schmotz. So seien für Groß Schwechten die bestehenden Steuersätze für drei Jahre festgeschrieben worden.

Stendal ist auf dem Wege zu einer großen Stadt, zumindest flächenmäßig. Mit der Eingemeindung von Groß Schwechten dehnt sich das Stadtgebiet um mehr als zehn Kilometer nach Norden aus. Sollten alle 13 Gemeinden diesen Schritt gehen, würde es über 30 Kilometer in ostwestlicher und etwa 15 Kilometer in nordsüdlicher Ausdehnung messen und mehr als 160 Quadratkilometer umfassen.