Stendal. Gelb ist die derzeit im Landkreis dominierende Farbe, auch an der Bockwindmühle bei Tornau. Und das liegt nicht an den tausenden Löwenzahnpflanzen auf Wiesen wie der, die der Tornauer Gemeindearbeiter Arno Lewi rund um den " Bock " mäht, die der Mühle den Namen gibt. Das liegt vor allem an den scheinbar bis an den Horizont reichenden Rapsfeldern.

Aus ihrer, dem sonnigen April zu verdankenden üppigen Blüte auf zu erwartende Rekorderträge zu schließen, das wagt nicht einmal die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes, Dr. Petra Zelfel. Sonne allein genügt den Pflanzen nicht. Regen braucht der Raps, damit seine Schoten bis zum Sommer möglichst prall gefüllt sind. Und damit sah es in den vergangenen Wochen im Landkreis Stendal ganz schlecht aus. Bis zur Ernte im Juli / August hoffen die Landwirte noch auf einige Regentage. Der Eindruck übrigens, dass es immer mehr Flächen werden, auf denen die Bauern diese Ölfrucht anbauen, täusche, versichert Petra Zelfel. Die Rapsanbaufläche sei nur unwesentlich größer als im Vorjahr. Wobei 2008 sogar weniger Raps angebaut wurde als 2007. " Vielleicht entsteht der Eindruck ja dadurch, dass fruchtfolgebedingt die Flächen, auf denen jetzt Raps steht, andere sind als im Vorjahr – vielleicht auch solche, die mehr ins Auge fallen. "

Was die Landwirtschaftsfachfrau in diesem Zusammenhang für erwähnenswert hält, ist die Tatsache, dass der in der Ostaltmark wachsende Raps in seinem Genmaterial unverändert ist. Es wächst kein sogenannter Gen-Raps auf den Feldern zwischen Seehausen und Tangerhütte.

Angebaut wird Raps hierzulande vor allem wegen des ebenso bekömmlichen wie gesunden Speiseöls, als Eiweißfuttermittel für die Tierbestände und als Grundstofflieferant für die Biodieselproduktion. Wobei die Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes davon ausgeht, dass letzterer Anteil in diesem Jahr aufgrund der gesetzlichen Regelungen und der Besteuerung von Biodiesel zurückgehen wird.