Drei Sieger gab es gestern im Stendaler Hildebrand-Gymnasium : Charlotte Kortmann, Felix Bock und Lydia Fleischmann überzeugten beim Lese- und Rezitationswettbewerb eine Jury aus Lehrern und Schülern in den verschiedenen Kategorien.

Stendal. Wer behauptet noch, dass die Deutschen zu wenig lesen ? Das Gegenteil bewiesen jedenfalls Schüler des StendalerRudolf-Hildebrand-Gymnasiums beim Lese- und Rezitationswettbewerbamgestrigen Nachmittag.

Mit Auszügen aus ihren Lieblingsbüchern begeisterten die jüngsten Teilnehmer aus den fünften Klassen Lehrer und Schüler. Zudem wetteiferten die Schüler der siebenten und achten Klassen um den Titel des Besten Rezitators. Während hauptsächlich Jugendbücher das Interesse der jungen Leser weckten, überraschte die Vielfalt der vorgetragenen Gedichte sowohl Lehrer- als auch Schülerjury. Klassiker und Berühmtheiten wie Johann Wolfgang von Goethe oder Heinrich Heine waren da zahlreich vertreten. Doch auch Texte des Liedermachers Reinhard Mey wurden rezitiert.

Gedichte unterschiedlicher Zeitepochen, gekennzeichnet von einer individuellen Vortragsweise, sorgten für Abwechslung in den Gefühlswelten der Zuhörer. Erich Kästners " Sogenannte Klassefrauen " zauberten ein Lächeln in jedes Gesicht und sicherten Felix Bock den ersten Platz im Rezitationswettbewerb. Im Wettstreit der " Leseratten " überzeugte Charlotte Kortmann die Jury besonders : Damit wurde sie am Ende Siegerin in dieser Kategorie. Die Preise – es gab Büchergutscheine und Leseutensilien – spendierte der Förderverein des Gymnasiums.

Auch die Sieger des Poesiewettbewerbs wurden mit Preisen und Urkunden geehrt. Den ersten Platz belegte Lydia Fleischmann, die in ihrer Freizeit gern Gedichte schreibt.

Laut Schülerjury beweisen die drei Sieger, dass " trotz verwirrender Rechtschreibreformen Schüler mit der deutschen Sprache, spielen ‘ können ".

Immer mehr nehmen am Wettbewerb teil

Schon seit einigen Jahren erfreuen sich die literarischen Wettbewerbe des Rudolf-Hildebrand-Gymnasiums großer Beliebtheit. Jedes Jahr steigt die Teilnehmerzahl. Alte und neue Gesichter zu gleichen Teilen prägen das Bild. Oft geht der Anstoß von den Lehrern an ihre Schüler aus, dass diese ihr Potenzial nutzen, mögen ihr Talent zu präsentieren.

Geleitet wird die Veranstaltung von einer Lehrerjury und Schülern der elften Klassen. Unter diesen älteren Schülern waren übrigens bekannte Gesichter : Hans Edler und Ulrike Beelitz hatten schon im vergangenen Jahr einen festen Platz in der Schülerjury. Sie ließen sich auch dieses Jahr den Wettbewerb nicht entgehen. Vor einigen Jahren gingen auch sie als Sieger aus ähnlichen Herausforderungen hervor, heute erkennen sie sich nach eigenem Bekunden in den jüngsten Teilnehmern wieder.

Die Punktverteilung erfolgt keinesfalls nach den Schulmaßstäben. Es fällt auf, dass die Schülerjury häufig großzügiger bewertet als das Lehrpersonal.

Die Initiatoren erklärten nach der Veranstaltung, dass bei wachsenden Teilnehmerzahlen – auch bei anderen ähnlichen Wettbewerben und Olympiaden Deutschlands – Anlass zur Hoffnung bestehe auf ein besseres Ergebnis der nächsten Pisa-Studie.

Christopher Nottrodt ist Schüler der 11. Klasse des Hildebrand-Gymnasiums