Vor knapp einem Jahr wurde das zweite sanierte Gebäude auf dem Stendaler Campus samt neuem Hörsaal eingeweiht. Nun gibt es an der Hochschule Stendal wieder Baupläne – die zum Teil schon in diesem Jahr realisiert werden könnten.

Stendal. Haus I, Mensa, Wohnheim – fast wie nebenbei ließ Prof. Wolfgang Maiers in seinem Grußwort am Montag bei der Eröffnung des neuen Kita-Studiengangs diese Worte fallen. Und sie bringen Prorektor Prof. Wolfgang Patzig ein wenig in Verlegenheit. Jedenfalls was das Wohnheim betrifft, sei das noch Zukunftsmusik. " Es gibt Überlegungen, aber konkrete Gespräche dazu hat es noch nicht gegeben ", so Patzig auf Volksstimme-Nachfrage. Klar sei, dass der Bedarf bestehe. " Vor allem für unsere ausländischen Studenten brauchen wir möblierte Unterkünfte ", so Patzig. " Wir wissen aber auch, dass sich viele Vermieter in der Stadt auf Studenten eingerichtet haben. "

Weniger sensibel ist das Thema Mensa. Ein Neubau soll wahrscheinlich vis-à-vis des derzeit noch unsanierten Gebäudes an der Stirnseite des Campus bei den Parkplätzen entstehen. " Diese Pläne sind ziemlich konkret ", erfuhr die Volksstimme von Heike Brehmer, Geschäftsführerin des Magdeburger Studentenwerks, das für diesen Bau zuständig ist. " Der Kultusminister hat mir vor etwa drei Wochen bestätigt, dass die Entscheidung für Stendal gefallen ist. " 2, 5 Millionen Euro soll das Projekt kosten, die Mittel dafür sollen zum Großteil aus dem Konjunkturpaket II kommen. Die Anträge seien gestellt, nun warte man " fast täglich auf die Genehmigung des vorzeitigen Maßnahmebeginns ", so Brehmer. Bauanfang soll im November sein, so dass die Studenten die Mensa erstmals zum Wintersemester 2010 nutzen könnten. Genaue Größe, Platzzahl, Aussehen und endgültiger Standort würden noch geplant. Der Cafeteria solle jedoch keine Konkurrenz gemacht werden. " Die könnte man in den Neubau integrieren, wenn sich der Bedarf ergibt ", so Brehmer. Professor Wolfgang Patzig jedenfalls schwärmt schon bei dem Gedanken an eine Mensa : " Das würde das Hochschul-Areal abrunden, wir hätten dann einen richtig schönen, heimeligen Campus. "

Richtig schön heimelig wäre er allerdings nur, wenn auch aus dem maroden Haus 1, das derzeit noch die Stirnseite des Campus " ziert ", ein vorzeigbares Gebäude nach dem Vorbild der beiden anderen sanierten Häuser würde.

Auch hierfür wurde ein Antrag für Geld aus dem Konjunkturpaket II gestellt. Die Hoffnung, dass es damit klappt, sei " sehr berechtigt ", war aus dem Kultusministerium zu erfahren. Eine Sprecherin teilte dazu mit : " Der Planungsauftrag soll dem Landesbetrieb Bau erteilt werden, sobald die Haushaltsmittel bereitstehen. " Kosten würde das Ganze 2, 5 Millionen Euro. " Sobald der Nachtragshaushalt verkündet und die Mittel dem Landesentwicklungsministerium zugewiesen wurden ", könne das Geld ausgereicht werden. Damit wird Ende April / Anfang Mai 2009 gerechnet.

Das dürfte im Sinne der Hochschulleitung sein. Patzig : " Das Gebäude wird nicht besser, wenn es noch länger leer steht. Es wäre schön, wenn wir es erhalten könnten. " Gebraucht würde es für Bibliothek und weitere kleine Hörsäle. " Wir haben längst nicht die nutzbare Fläche, die mit 1800 Studenten unserem Bedarf entspräche ", sagt Patzig.