Durch die Gebietsreform soll der Bestand keiner der 33 Grundschulen im Landkreis gefährdet werden. Das ist die Botschaft, die aus dem kreislichen Schulausschuss an den Stendaler Kreistag geht. Um das zu garantieren, änderten die Schulausschussmitglieder den Entwurf des Schulentwicklungsplans, der dem Kreistag am 23. April zum Beschluss vorgelegt wird.

Stendal. Gute Nachrichten hatte der Schulausschuss des Kreistags am Dienstag für die Eltern aus Königsmark, deren Kinder in diesem Jahr eingeschult werden. Sie sollen selbst entscheiden können, ob sie ihre Sprösslinge im August nach Osterburg oder Iden in die Grundschule schicken. Und das obwohl die jetzige selbständige Gemeinde Königsmark dann schon Ortsteil in der Einheitsgemeinde Osterburg sein wird, theoretisch also auch die Königsmarker Kinder in die Grundschule ihrer Einheitsgemeinde in Osterburg gehen müssten. Eine Einschulung in Iden wäre in diesem – wie gesagt theoretischen – Fall nur noch auf Antrag der Eltern sowie selbst organisierter Hin- und Rückfahrt zur Schule möglich.

Diese Aussicht rief Eltern sowohl in Königsmark als auch in Iden auf den Plan. In einem Brief an die Fraktionen des Kreistags und an die Vorsitzende des Kreisschulausschusses machten sie ihrem Ärger Luft ( die Volksstimme berichtete ). Denn diese Verfahrensweise hätte auch die Grundschule in Iden in ihrem Bestand gefährdet, weil die Schülerzahl unter die vom Land geforderte Mindestgrenze hätte rutschen können.

Für die Schulausschussvorsitzende Edith Braun ( SPD ), die keinen Hehl aus ihrem strikten Nein zur kommunalen Gebietsreform macht, war dieser Konflikt Wasser auf die Mühlen : " Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, keine Schule im ländlichen Raum mehr zu schließen. Aber diese Gebietsreform gefährdet die Schulen in den Dörfern der Altmark. Die Einheitsgemeinde wird Träger der Grundschulen sein. Und sie wird entscheiden, wo die Kinder zur Schule gehen. Wenn also die Stadt Osterburg dann sagt, die Kinder gehen in Osterburg zur Schule, dann wäre das so ", unterstellte die Ausschussvorsitzende, die " eine solche Entwicklung " befürchtet.

Noch allerdings hätte der Kreistag die Chance, dem einen Riegel vorzuschieben. Die Voraussetzungen dafür schuf der Schulausschuss am Dienstagabend. Es ging um den Schulentwicklungsplan, der die Schullandschaft für die kommenden fünf Jahre festschreiben wird, sofern der Kreistag ihn auf seiner Sitzung am 23. April beschlossen haben wird.

Also ändern wir den Entwurf dieses Plans im Interesse der Königsmarker und Indener Eltern, schlug Ausschussvorsitzende Braun vor. Den Vorschlag, den das Schulverwaltungsamt des Landkreises dazu unterbreitete, trug dessen Leiterin Dr. Ulrike Bergmann den Mitgliedern des Schulausschusses vor : " Für die Kinder der Gemeinde Königsmark schreiben wir erstmals zwei Schuleinzugsbereiche fest. Einmal den Schuleinzugsbereich Osterburg und einmal den Schuleinzugsbereich Iden. Das bedeutet, kein Elternpaar wird eine Ausnahmegenehmigung beantragen müssen, um sein Kind in Osterburg oder Iden einschulen zu lassen. Für den Landkreis heißt das, dass er für beide Varianten auch die Schülerbeförderung organisieren und fi nanzieren muss. "

" Ich denke, das ist eine gute Variante ", sagte Rüdiger Kloth ( CDU ) und sprach damit für alle Ausschussmitglieder. Die beschlossen einstimmig, diese Änderung in den Schulentwicklungsplan aufzunehmen und dem Kreistag zum Beschluss vorzulegen. Ebenso stimmten sie einem Antrag der FDP-Fraktion zu, mit dem Schulentwicklungsplan den Fortbestand aller 33 Grundschulen im Landkreis Stendal bis 2014 festzuschreiben.