( ssi ). Einer hitzigen Debatte mit Milchbauern stellte sich gestern der altmärkische Bundestagsabgeordnete Dr. Hans-Heinrich Jordan ( CDU ) im Sportlerheim in Hohenberg-Krusenmark. Den Landwirten brannte nur eine Frage auf den Nägeln : Wie reagiert die Politik, um dem drohenden Aus vieler Milchbauern entgegenzuwirken ?

Die Industrie zahle momentan nur rund die Hälfte des benötigten Preises, so die Bauern. Sie forderten eine Veränderung der Quote. So solle das Angebot an Milch verringert werden, um den Preis auf ein wirtschaftliches Niveau zu heben. " Die Nachfrage bleibt gleich, nur wenige Prozent Regulierung reichen schon, um den Preis zu erhöhen ", so Milchproduzent Peter Schuchmann aus Schwarzholz. Jordan argumentierte, dass sich die Indus-Peter Schuchmann

trie daraufhin wohl aus dem Ausland beliefern lassen würde. Die Milchproduzenten sahen das anders : " Zum einen sind viele Milchprodukte nur kurz haltbar und deswegen kaum für weite Lieferungen geeignet. Zum anderen wissen wir von unseren Kollegen aus anderen Ländern, dass auch dort 20 Cent nicht ausreichen ", berichtete Schuchmann. Eine Konkurrenz von den europäischen Nachbarn fürchten sie nicht, so der Tenor.

Jordan musste schließlich erklären, dass er für eine Verknappung per Gesetz keine Chancen sähe, da Deutschland hier den Weisungen der EU unterläge. " Um eine Änderung bei der EU durchzubringen, haben wir momentan nicht genügend Mehrheiten ", machte er das Dilemma deutlich.

Ein Landwirt forderte daraufhin " eine klare Aussage, ob es sich noch lohnt, weiterzumachen. " Hilfe beim Ausstieg aus dem Milchgeschäft wäre dann von Seiten der Politik nötig, um Entlastung bei der Rückzahlung von Krediten zu bekommen. Jordan zeigte Verständnis für die Situation, hatte jedoch keine Lösung parat. So verließ er das Szenario nach über zwei Stunden, ohne dass es zu Ergebnissen kam. Schuchmann : " Wenn eine Verknappung kommt, dann wohl nur durch Bankrotte vieler Milchbauern. "