Die Anwohner des nur provisorisch befestigten Kiebitzberges sollen eine neue Straße bekommen. Eigentlich ein Grund zur Freude, doch die Pläne der Stadt stoßen zumindest teilweise auf Widerstand. Vor allem fühlen sich die Kiebitzbergler mit ihren Einwänden von der Stadt nicht für voll genommen.

Stendal. Bei der Anwohnerversammlung am 12. Februar im Rathaus sei " alles schon fest zementiert " gewesen. " Wir konnten gar nicht mehr mitreden ", erfährt man immer wieder, wenn man sich am Kiebitzberg umhört. " Hat doch alles keinen Sinn, die machen doch sowieso, was sie wollen ", heißt es zuweilen resigniert.

Einige haben sich zumindest zusammengetan, einen Widerspruch formuliert und an das Tiefbauamt geschickt. Das war am 26. Februar, auf einen Bescheid warten sie noch.

CDU-Stadtrat Wolfgang Liebisch trug die gesammelte Anwohnerkritik in der jüngsten Sitzung des Stadtrats vor. Die vorliegende Entwurfsplanung, die im März vom Ausschuss für Stadtentwicklung einstimmig befürwortet wurde, enthalte zu wenige Parkplätze, vor allem für die anliegenden Kleingärtner, sagte Liebisch. Erfahrungsgemäß würden täglich 30 Fahrzeuge auf dem Sandstreifen des Kiebitzberges abgestellt. Die Ausbaupläne sähen aber nur zehn markierte Parkmöglichkeiten vor.

Zudem würden die Anwohner einen Gehweg, vor allem für die Schulkinder, und einen Radweg vermissen. Trotz der Enge der Straße könnte ein solcher Weg durch farbige Pfl asterung gekennzeichnet werden, meinte Liebisch. " Die Anteilsfi nanzierung ", machte der Stadtrat auf ein weiteres Problem aufmerksam, " stellt einige Anwohner vor große fi nanzielle Probleme ", da die Anliegerbeiträge nach der Grundstücksgröße berechnet werden.

Da der Straßenbau im Kiebitzberg eine Ersterschließung darstellt, müssen die Anwohner 90 Prozent der umlagefähigen Kosten tragen. Und dafür wollen sie wenigstens eine Straße nach ihren Vorstellungen haben. Dazu gehört auch eine wirksame Entwässerung, die verhindert, dass den Hausbesitzern künftig die Keller volllaufen oder das Wasser auf der Fahrbahn stehen bleibt. Solche Befürchtungen nämlich hegen sie im Zusammenhang mit den bisherigen Planungen, die lediglich eine einseitige Sickermulde vorsehen.

Insgesamt fühlt sich zumindest ein Teil der Anwohner übergangen, nicht angehört, in seiner Meinung missachtet. Liebisch forderte die Stadtverwaltung auf, bei Planungen dieser Art frühzeitig auf die Wünsche der Anwohner einzugehen. Und speziell in Sachen Kiebitzberg : " Wenn die berechtigten Interessen aus angeblichen Platzgründen nicht berücksichtigt werden können, die Anwohner aber trotzdem zahlen müssen, wurde ich gebeten, darauf Einfl uss zu nehmen, dass auf die Baumaßnahme verzichtet wird. "

OB Klaus Schmotz sagte eine Prüfung zu. Es gebe sehr unterschiedliche Anwohnerinteressen, und es sei schwierig, es jedem recht zu machen, meinte das Stadtoberhaupt.