Stendal war gestern das Zentrum des Ostermarsches im nördlichen Sachsen-Anhalt. Rund 250 Menschen zogen durch die Stadt zum Hochschulcampus. Dort sprach der bekannte Theologe und Friedenskämpfer Dr. Eugen Drewermann.

Stendal. Eine Rede mit so viel Kraft und Feuer hat Stendal lange nicht erlebt. Die rund 250 Ostermarschteilnehmer lauschten gestern auf dem Hochschulcampus an der Osterburger Straße gespannt und immer wieder applaudierend dem leidenschaftlichen Plädoyer Eugen Drewermanns für Frieden und Abrüstung. Der streitbare Theologe, bekannt geworden durch seine kritische Auseinandersetzung mit der katholischen Kirche, bezeichnete die NATO als " obsolet, antichristlich und unmenschlich " und forderte ihre Aufl ösung ebenso wie die der Bundeswehr.

Zuvor waren die Ostermarschierer, die zum großen Teil aus benachbarten Regionen angereist waren, vom Bahnhof durch die Stendaler Innenstadt zum Hochschulcampus gezogen. " Prämien für den Frieden – NATO abwracken " war das Motto des von der Bürgerinitiative Offene Heide organsierten Ostermarsches, in den sich auch Prominente der Linkspartei wie Landtagsfraktionschef Wulf Gallert und die Bundestagsabgeordnete Katrin Kunert einreihten.

Altpfarrer Karl-Heinrich Schroedter machte die Demonstranten unterwegs mit der Stadtgeschichte bekannt. Vor der Jacobikirche sprach Superintendent Michael Kleemann zu den Marschteilnehmern. Er erinnerte an die am 11. Januar dieses Jahres verstorbene Stendaler Menschenrechtlerin Erika Drees und verglich sie wegen ihrer Überzeugungskraft mit biblischen Propheten. Auf dem Kundgebungsgelände an der Hochschule wurden ihr zu Ehren Hunderte Ballons mit Papierkranichen steigen gelassen.