Am Sonnabend wurde das Jugendbegegnungshaus in Staats eingeweiht. Mit dem Durchschneiden des Bandes wurde der Staats-Palast für die Gäste eröffnet.

Staats. " Ich wünsche, dass das Haus nicht kaputt geht ", mit diesem Wunsch auf den Lippen durchschneidet Marie Hoenke das erste Band. Gemeindekirchenratsvorsitzender Thomas Rehbein wünscht dem Haus viele Gäste. Auch er und Antonius Hoenke durchschneiden Bänder. Damit ist das Jugendbegegnungshaus in Staats, der Staats-Palast, offiziell eröffnet. Besucher, Spender und am Umbau Beteiligte fanden sich zur Feierstunde ein.

Der Umbau der 200 Jahre alten Kontorscheune währte zwei Jahre. Die Jugendlichen der Jungen Gemeinde bauten das Gebäude um. Unterstützt wurden sie dabei von einem Architekten aus Gardelegen und Lehmbauexperten Jörg Finger. " Wir haben uns zusammengefunden und zusammen gelernt ", beschreibt Gemeindepädagoge Andreas Hoenke die zurückliegende Zeit. Finanzielle Unterstützung erfuhr das Projekt von der Gemeinde Staats, der Gemeinde Uchtspringe, privaten Spendern, der Stiftung für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz Sachsen-Anhalt sowie von der Landeskirche. Firmen der Region installierten die Sanitär- und die Elektroanlage. " Wir haben viele Sternstunden erlebt ", so Hoenke im Hinblick auf die zahlreichen Helfer. Rolf Mikeska fuhr containerweise Schutt ab. Mehrere Tonnen Beton wurden von den Jugendlichen abgebrochen, um Baufreiheit zu schaffen. Los ging es im Frühjahr 2007. Was sich in den folgenden Monaten getan hat, konnten die Gäste anhand der Foto-Galerie im Gebäude nachvollziehen.

" Nun ist die Scheune keine Scheune mehr. Es ist ein Haus. Wer ein Haus baut, will dort Leben ", so Hoenke. Er und die Jugendlichen interpretieren den Ausbau als ein Zeichen gegen die Resignation. Zwar werden aufgrund von Ausbildungs- beziehungsweise Studienbeginn Mitglieder der Jungen Gemeinde die Region verlassen, sie wissen jedoch, dass sie in Staats stets willkommen sind. " Ihr wisst, dass in Staats ein Haus für euch steht, wo ihr euch zurückziehen könnt wenn ihr Bekannte treffen oder eine Auszeit nehmen wollt ", erklärt Hoenke.

Genutzt wird die Jugendbegegnungsstätte von der Jungen Gemeinde und den Konfirmanden. Die regelmäßigen Treffen finden dort statt. Der Gemeindepädagoge wünscht sich, dass in Zukunft das Haus jeden Tag belebt ist. Er kann sich vorstellen, dass Menschen dort übernachten. Dazu müssen noch Arbeiten in der zweiten Etage erfolgen.

Gebaut wurde barrierefrei. Die komplette Sanierung des Hauses ist gleichzeitig ein ökologisches Projekt, bei dem die Bewahrung der Schöpfung im Vordergrund stehe. So viel Material wie möglich sei wiederverwendet worden. Schlupfwinkel für Fledermäuse und Eulen seien erhalten geblieben.