Stendal / Berlin. Den Reichstag kannten einige schon. Aber vor der eindrucksvollen Willy-Brandt-Skulptur des Malers und Bildhauers Rainer Fetting hatten bisher nur wenige der 50 Altmärker gestanden, die am Montag und Dienstag der Einladung des SPD-Bundestagsabgeordneten Marko Mühlstein in die Bundeshauptstadt gefolgt waren. Vor allem die fleißigen Mitstreiter der Stendaler Tafel und ihrer Außenstellen waren darunter, aber auch Mitarbeiter des Offenen Kanals und eines Kaninchenzüchtervereins aus dem westaltmärkischen Cheinitz.

So gehörte der Besuch des Willy-Brandt-Hauses, der SPD-Zentrale in Berlin-Kreuzberg, zu den Höhepunkten der zweitägigen Bildungsreise. Begonnen hatte sie am Montag mit einer Rundfahrt durch das politische Berlin, also vor allem das Regierungs- und Diplomatenviertel, und einer Führung durch das Reichstagsgebäude. Nicole Sonne vom Besucherdienst des Bundestages machte im Plenarsaal mit der Arbeit der Parlamentarier und den großen und kleinen, auch kuriosen Besonderheiten des Deutschen Bundestages wie etwa dem Hammelsprung nach Abstimmungen mit unklarem Ergebnis bekannt. Das meistbesuchte Parlamentsgebäude der Welt empfängt jährlich rund eine Million Besucher, die sich durchs Haus führen lassen, und weitere drei Millionen, die lediglich die Aussicht von der Kuppel genießen.

Weitere Programmpunkte waren eine Diskussion im Ministerium von Ulla Schmidt über die Gesundheitsreform, an der sich die Altmärker mit kritischen Fragen rege beteiligten, und der Besuch einer Ausstellung über die Geschichte der parlamentarischen Demokratie in Deutschland, die die Besucher in den Deutschen Dom am Gendarmenmarkt führte.

Tafel-Chefin Bärbel Kohl war sich mit den anderen Berlin-Fahrern einig : " Wir haben viel gesehen und gelernt, es war wunderbar. "