Stendal. Der Mix zwischen Kabarett, Comedy und Musik ist den " Weibsbildern " Anke Brausch und Claudia Thiel während ihres Programms " Der Nächste bitte " in vollem Umfang gelungen. Die Gleichstellungsbeauftragten von Stadt und Kreis hatten am Mittwochabend zur verspäteten Frauentagsfeier eingeladen. Die vielen Besucherinnen – Männer waren an diesem Abend deutlich in der Unterzahl – ließen sich den Spaß nicht nehmen, auch wenn er mitunter gegen das eigene Geschlecht gerichtet war.

Der Zuschauerraum verwandelte sich in das Wartezimmer der beiden " Göttinnen in Weiß ", die alles andere waren, als " über die Sünden der Umwelt erhaben ". So verteilten sie Packungen mit Arzneimitteln, von denen die Hersteller auch noch nicht recht wussten, wogegen sie wirken sollen. Dokumentiert aber wurden Schäden und Nebenwirkungen bereits jetzt gewissenhaft. Kassenpatienten hatten es bei den beiden nicht gerade leicht : Nächster Termin : 1. April 2011 zwischen 10 und 11. 30 Uhr.

Wertvolle Hinweise erhielten die Fülligeren unter den Zuschauern über Katalogwaren, Raucher wurden aufs Korn genommen mit Humoreinlagen wegen Steuerhinterziehung. Die " Power-Puff-Girls an der A 2 " erhielten ihre Abreibung, und die moderne Heidi-Version erinnerte daran, wie die Zeiten sich auch im Kindersendungsbereich geändert haben.

Höhepunkte schließlich die freche Schnauzengöre mit X- Krankheiten, gegen die Pillen helfen sollen, aber es nicht zu tun scheinen. Dann kam die Bäuerin aus Leidenschaft : Ihre Füße ließen die junge Ärztin nicht kalt und der abgegebene Urin auf dem Zuckerstückchen ebenfalls nicht. Comedy pur, wenn im " Bermuda-Dreieck nicht nur die Arschkordel verschwindet ", sondern ganze Schiffe. " Und ich habe nichts davon gemerkt !", so ihr Kommentar. Den " Weibsbildern " war eben nichts heilig.