Der schönsten Kleingartenanlage im Landkreis Stendal blüht auch in diesem Jahr wieder ein Fest. Dafür sorgen der Kreisverband der Gartenfreunde und die Volksstimme mit ihrem Wettbewerb. Doch bevor es ans Verteilen der Preise geht, werden alle 64 teilnehmenden Vereine unter die Lupe genommen. Wann und nach welchen Kriterien, das steht seit Donnerstag fest.

Stendal. Mehr als 3400 " Laubenpieper " kleingärtnern im Landkreis Stendal vereinsmäßig organisiert. Sie sorgen in den Kleingartenanlagen des Kreisverbandes der Gartenfreunde nicht nur dafür, dass je nach Jahreszeit das unterschiedlichste frische Obst und Gemüse auf so manchen Tisch kommt. Sie schaffen für sich und darüber hinaus jeden gern gesehenen Besucher Oasen der Erholung, sorgen für grüne Inseln in nahezu allen Städten und Gemeinden des Kreises.

Damit keine dieser Säulen kleingärtnerischen Vereinswirkens zu kurz kommt, das Verhältnis von Erholungsbereichen, Obst- und Gemüseanbauflächen in den einzelnen Parzellen und manch anderes, worauf das Bundeskleingartengesetz Wert legt, stimmt, machen sich engagierte Hobbygärtner im Auftrag des Kreisvorstandes der Gartenfreunde im Frühjahr auf Besichtigungstour durch alle 64 Vereinsanlangen zwischen Havelberg und Tangerhütte. Die Punkte, die sie dabei nach einheitlichen Kriterien vergeben, sind die Grundlage für den Wettbewerb, dem sich die Vereine stellen.

Erholungswert allein

genügt nicht

Horst Schmalenberg, Kreisfachberater der Gartenfreunde, sagt, warum sie das tun : " Nach der Wende gab es plötzlich ungeahnte Möglichkeiten, seinen Kleingarten mit allem Möglichen an Pflanzen und Zubehör auszustatten. Und genauso plötzlich begannen sich die Gärten in unseren Anlagen in reine Erholungsgärten zu verwandeln. " Das aber habe den Grundsätzen, nach dem die Kleingartensparten über Jahrzehnte gewirkt hatten, und auch dem Bundeskleingartengesetz, dessen Regelungen im Kern ähnlich ausgerichtet seien, widersprochen. Nichts gegen Erholung im Kleingarten. Die sollte nach wie vor groß geschrieben und die neuen Möglichkeiten dafür auch genutzt werden können. Doch die beiden anderen Seiten, die das Kleingärtnern ausmachen – der Anbau von Obst und Gemüse – durften dabei nicht auf der Strecke bleiben. " Also haben wir vor acht Jahren diesen Wettbewerb ins Leben gerufen. "

Dabei gehe es nicht darum, die Gartenfreunde zu " drangsalieren " oder die Gärten in ein festes Schema zu pressen, so Schmalenberg. " Wenn ich heute durch die Anlagen gehe, sehe ich viel Individualität. Das finde ich gut. Und so soll das auch sein. Im schönsten Garten, den wir im vergangenen Jahr im Rahmen des Wettbewerbs zum ersten Mal ausgezeichnet haben, gibt es die klassische Aufteilung Mittelweg mit rechts und links davon angelegten Beeten nicht mehr. "

Ab 2. Juni

wird bewertet

Aus der anfänglichen Skepsis bei einigen Sparten- beziehungsweise Vereinsvorsitzenden sei Zustimmung geworden, sagt Horst Schmalenberg, der bislang auch als Vorsitzender der Wettbewerbskommission unterwegs war. Einer jener anfangs skeptischen Vereinsvorsitzenden ist Manfred Meckel aus Wahrburg : " Ich musste das auch erst begreifen. Und da hab ich anfangs ganz schön gegengehalten. Aber die Jungs hatten ja Recht. Manche Kleingärtner hatten sich inzwischen hinter Hecken regelrecht verschanzt. Die waren so hoch, da kam gar kein Licht mehr auf die Beete. Da konnte ja nichts wachsen. Also war es richtig, die Hecken auf eine einheitliche Höhe zu stutzen ", sagt Meckel, der inzwischen nicht nur in der Wettbewerbskommission mitarbeitet, sondern sie auch leiten wird – so die Delegiertenkonferenz des Gartenfreunde-Kreisverbandes

am Sonnabend der kommenden Woche zustimmt.

Dann wird Manfred Meckel den Staffelstab von Horst Schmalenberg übernehmen und ab dem 2. Juni gemeinsam mit Lutz Kumpmann und Dieter Karow aus Stendal, Georg Wilke aus Tangerhütte, Paul Heim aus Osterburg und Rudolph Krenz aus Havelberg an jedem der acht Bewertungstage zwischen fünf und zehn Gartenanlagen in Augenschein nehmen ( siehe unten stehender Info-Kasten ). Dann geht es um den Gesamteindruck der Anlagen ebenso wie um die kleingärtnerische Nutzung der einzelnen Parzellen, um den Umweltschutz oder die Nutzung leer stehender Parzellen. Insgesamt sind es 21 Bewertungskriterien, mit denen die Gartenvereine Punkte sammeln können.

Drei Sieger wird es geben : in den Kategorien Vereinsanlagen bis 40 Parzellen, bis 90 Parzellen und mehr als 90 Parzellen.