Zwei Projekte im Winckelmann-Museum werden am Sonnabend eröffnet. Zum einen ein Archäologie-Camp, das sich an Kinder richtet und in dem diese erleben können, wie Ausgrabungen funktionieren. Zum anderen wird eine Sonderausstellung eröffnet, in der zu sehen ist, welche Techniken heute in der Archäologie genutzt werden.

Stendal. Ab Sonnabend 15 Uhr darf am Winckelmann-Mu seum gegraben werden. Nicht nach Resten des jahrhunderte alten Stendals und auch nicht für den Schacht irgendeiner neu en Versorgungsleitung. Graben werden Kinder und Familien, und zwar im neuen Archäologencamp im Hof. Geboten wird zum einen ein Erkundungspfad. Der ist mit großen Schildern und Entdeckerkisten versehen. Hier gibt es Informationen über verschiedene archäologische Methoden. Die Jungarchäologen können beispielsweise den Fragen nachgehen, wie man Funde überhaupt erst entdeckt, wie das Alter von Skeletten oder Holzfunden bestimmt wird oder was Tierknochen und Pflanzenreste über das Leben der Menschen aussagen.

Außerdem können die Museumsbesucher auf der Ausgrabungsfläche die Arbeitstechniken der Archäologen kennenlernen : Sie können unter einer überdachten Fläche freilegen, was die Mitarbeiter als Fundstücke im Boden versteckt haben : Mauern, Feuerstellen, Statuen und andere spannende Dinge. Unter wissenschaftlicher Anleitung werden hier Schicht für Schicht das Erdreich abgetragen, die Fläche vermessen, die Funde eingezeichnet und sortiert und anschließend im Forscherlabor untersucht. Dieses Labor dient zur Fundbearbeitung, Rekonstruktion und Konservierung von archäologischen Gegenständen. Hier erklären kindgerechte Bildtafeln, wie Keramik konserviert, Scherben restauriert oder Knochen untersucht werden.

Archäologin Yvonne Bichel : " Wir statten die Kinder für die Veranstaltungen professionell aus. Die Arbeit bei einer Ausgrabung wird so hautnah erlebbar. " Beispielsweise werden Bodenproben geschwämmt, Funde gezeichnet und rekonstruiert. Keramikscherben müssen zusammengeklebt und zeitlich eingeordnet werden. Es gilt zudem Knochen zu bestimmen und mit einem künstlichen Skelett zu vergleichen.

Der Erkundungspfad steht allen Besuchern offen, die Ausgrabung und das Forscherlabor allerdings nur Gruppen mit Anmeldung. Für sie wird das Programm entsprechend dem Besucheralter vorbereitet. Es gibt Mitmachkurse für Schulklassen, Kitas, Familien und Geburtstagskinder.

Zurück geht die Idee des Archäologencamps übrigens auf eine Veranstaltung vor fünf Jahren. Damals hatte es ein ähnliches – einmaliges – Angebot gegeben. Kindermuseumschefin Gudrun Walinda erinnert sich : " Damals hat es einen derartigen Ansturm gegeben, und die Kinder waren so begeistert, dass bei uns die Idee keimte, so etwas dauerhaft aufzubauen. "

Flankiert wird das neue Archäologencamp übrigens von einer Ausstellung im benachbarten Haus. Die ist eher auf die Erwachsenen ausgerichtet. Gezeigt werden unter dem Titel " Hightech in der Archäologie " modernste Techniken, mit denen heute wissenschaftliche Ausgrabungen stattfinden. Eröffnung ist am Sonnabend um 14 Uhr. Diese Schau wird bis 14. Juni gezeigt.