Stendal. Jeder, der Mutter oder Vater ist, weiß, was für ein kaum zu beschreibendes Glücksgefühl das ist. Was aber, wenn aus dem Baby ein ständig schreiendes wird. Nichts scheint zu helfen, das Kind lässt sich nicht beruhigen. Immer wieder Schreianfälle oder gar -krämpfe. Aus der Sorge der Eltern wird Hilfl osigkeit, extreme Belastung und schließlich eine Krisensituation für Eltern und Kind.

An dieser Stelle setzt ein Projekt an, das vom Studiengang Angewandte Kindheitswissenschaften der Stendaler Hochschule initiiert und gemeinsam mit dem Berliner Psychologen Gerd Poerschke und der Heilpädagogischen Praxis für Frühförderung, Psychomotorik und Entwicklungsbegleitung von Katja Neuling verwirklicht wurde : Die " SchreiBabyAmbulanz ". Gestern wurde sie im Gebäude 9 der Kinder- und Frauenklinik in der Stendaler Bahnhofstraße eröffnet. Eine ideale Kombination, fanden die Gäste der kleine Eröffnungsfeier, denn für das notorische Schreien eines Babys kann es auch organische Gründe geben. In diesen Fällen findet sich fachärztliche Hilfe quasi nebenan. In allen anderen Fällen, bietet die SchreiBabyAmbulanz ab sofort ihr Hilfe an. Hilfe für Mutter und Baby, denn für beide bedeute diese Situation Stress und Anspannung. " Entspannung für beide, nichts anderes ist es, was wir hier anbieten ", brachte es Gerd Poerschke auf den Punkt. " Wir ", das werden Poerschke, der einmal in der Woche aus Berlin nach Stendal kommen wird, und die Psychologin Anja Guderjahn sein. Die SchreiBabyAmbulanz sei ein niedrigschwelliges Angebot, so Stephanie Siegert, eine der acht Studierenden der Kindheitswissenschaften, die das Konzept der SchreiBabyAmbulanz ausarbeiteten. Das bedeute : " Es braucht keine Behördengänge oder Anträge, um in die Ambulanz zu kommen. Es genügt, wenn die Mütter oder Eltern sich anmelden. " Das können sie ab heute unter Tel. ( 0 39 31 ) 53 19 40 oder ( 01 73 ) 4 96 41 14 tun.