Zethlingen. " Auf den Spuren der Langobarden " wandeln Lehrer und Schüler aus Osterburg, dem italienischen San Marco und Budapest. Am Dienstag besuchten sie die Langobardenwerkstatt Zethlingen.

Lothar Mittag sitzt mitten in einem der Grubenhäuser auf dem Zethlinger Mühlenberg, umgeben von zahlreichen Zuhörern, vor sich Laptop und Beamer. Die erläuternden Worte des für die Langobardenwerkstatt zuständigen Mitarbeiters der Museen des Altmarkkreises werden rechts von ihm ins Italienische, links von ihm ins Ungarische übersetzt.

Der Besuch auf dem Mühlenberg war der Abschluss der Konferenz zum Thema " Auf den Spuren der Langobarden ", zu der sich Schüler, Studenten und Lehrer der Deutschen Nationalitätengrundschule aus Budapest, der Staatlichen Hochschule Pietro Giannone San Marco in Italien und des Osterburger Markgraf-Albrecht-Gymnasiums zusammengefunden hatten.

Das Projekt sei als Nachfolger eines Comenius-Projektes entstanden, berichtet Volker Schütte vom Osterburger Gymnasium.

Plötzlich habe man die Langobarden als verbindendes Element entdeckt, erinnert sich Rachele Nordella, Referentin der italienischen Schule. Im Jahr 568 seien sie in seiner italienischen Heimatregion angekommen, berichtet Coco Matteo, Vizeschulleiter in San Marco. Und in Italien seien die Langobarden auch einige Jahrhunderte geblieben, bauten Kirchen, Klöster, Kapellen zu Ehren ihres Schutzpatrons, des Heiligen Michael. Und sie hinterließen auch im dortigen Dialekt ihre Spuren. " Vuccolo bedeutet in unserem Dialekt kleiner Weg. Das Wort ist auf die Langobarden zurückzuführen ", erzählt Rachele Nordella. An die Langobarden erinnern nicht nur die regionale Bezeichnung für Pfad, sondern auch Namen. Marianna Gualano, Schülerin aus Italien, stellte während ihrer Recherchen zur Heiligen Straße der Langobarden überrascht fest, dass ihr Familienname langobardische Wurzeln hat. Die Gäste sind von der Werkstatt auf dem Zethlinger Mühlenberg begeistert. Nicht nur die Bilder, auch die in einem anderen Haus aufbewahrten Funde, beispielsweise Urnen und deren Inhalte, erregen ihr Interesse. Lothar Mittag hält die Funde dicht vor das Objektiv von Netye Zoltan Pal, Geschichtslehrer aus Ungarn. " Es ist sehr interessant hier und sehr schön ", sagt Rachele Nordella, während die Schüler ihre Fähigkeiten im Bogenschießen ausprobieren.

Dr. Eckart Frey ist alle Jahre wieder mit Studenten auf dem Zethlinger Mühlenberg. Einst gehörte übrigens auch Volker Schütte dazu. Dass die Werkstatt bis nach Italien und Ungarn ausstrahle, sei eine " Bombensache ", ist der Vorsitzende des Fördervereins der Langobardenwerkstatt begeistert. Auch die Beiträge der vortägigen Konferenz seien sehr bemerkenswert gewesen, verteilt er noch mehr Lob. Die Gedanken gehen schon in die Zukunft, entwickeln den Plan, die Besucher aus Ungarn und Italien im kommenden Jahr wieder einzuladen, dann für einen längeren Aufenthalt in der Langobardenwerkstatt.