Stendal. Über den Stendaler Maurer Joseph Manns ist wenig bekannt. Sicher verbürgt ist nur ein Datum : Am 14. April 1809, also vor 200 Jahren, wurde er von westfälischen Verbündeten der napoleonischen Besatzung am Schützenwall in Stendal erschossen. Nach dem Volksstimme-Bericht vom Mittwoch meldete sich Peter Börner, Mitglied der Stendaler Schützengilde, zu Wort. Die Gilde, damals auch St. Sebastian-Brüderschaft genannt, ist im Besitz der Kopie einer Festschrift zur Fahnenweihe aus dem Jahr 1898. Darin wird die Entstehung des eisernen Gedenkkreuzes für Joseph Manns beschrieben, das heute auf dem Schulhof der Diesterwegschule steht, in etwa an der Stelle seiner Exekution. Darin ist zu lesen ( Schreibweise aus dem Dokument übernommen ) :

" Das Jahr 1835 ist für die Schützengilde von besonderer Bedeutung, wandten sich doch die Vorsteher Stendel und Koppehl mit folgendem Schreiben an die Bürgerschaft : Das Vaterland ehrt seine Helden ! … Joseph Manns, ehemaliger Preussischer Karabinier, wurde in der enthusiastischen Begeisterung und Aufforderung des ehemaligen Lieutenants von Katt mit fortgerissen, Preussens Unabhängig- und Selbstständigkeit zu erkämpfen ; die Folgen sind uns noch lebhaft im Andenken, und obgleich mehrere von Stendals Söhnen die Todesstrafe erlitten, so wurde doch nur dieser Joseph Manns in unsern Bereich erschossen, von ein Comando Westphälischen Militaire, welche zu diesem Zweck von Magdeburg hierher geschickt wurden. Jedes Gefühl empörte sich bei dieser grausenden Execution. Seit Preussens Adler seine Fittige wieder über uns ausbreitet, beschatten zwei Arkazien seine Grabesstelle.

Unterschriebene beabsichtigen jetzt ein eisernes Denkmal, diesen, unsern warmen Vaterlandsfreund, zu errichten, damit auch die Nachwelt den Namen dieses Märtyrers im Andenken erhält und ersieht wie die Mitwelt ihre Helden ehrte.

Wir unterschriebene erbitten deshalb, von unsern geehrten Mitbürgern eine Gabe, zu diesen heiligen Zweck. Niemand schäme sich einer geringen Gabe, sie wir dankbar angenommen und ehrenvoll erwähnt werden ; so bald die Kosten, welche nicht hoch steigen sollen, gedeckt sind, soll ein simples Denkmal die Grabesstelle unsers Landsmanns auf unsern Schützenplatz zieren.

Stendal, den 20 ten April 1835 " Nach kurzer Zeit steht das Kreuz

Und weiter ist zu erfahren : " Schon am 3. August desselben Jahres, dem Geburtstage des Königs Friedrich Wilhelm III ., waren sie in der Lage, das heute noch der Nachwelt echt altmärkische Treue bekundende Denkmal zu enthüllen, worauf die Worte stehen : ‚ Begeisterungsvoll, dem alten Vaterlande treu, fiel er durch des Geschoss der fremden Tyrannei ! ’ "

Dieser Text ist dort noch heute in vergoldeten Lettern zu lesen. Und auf der Rückseite : " Gewidmet von Vaterlandsfreunden am 3. August 1835 ".