Zur Meinung von Marcus Faber ( FDP ) zur Aufhebung der Schuleinzugsbereiche :

Ohne Bedingungen die Schuleinzugsgebiete zu öffnen, würde zu einem totalen Chaos führen, es gäbe keine Planungssicherheit mehr bei Investitionen in Schulen. Stadtteilplanung mit einer intakten Schulstruktur wäre nicht möglich. Die Plätze würden nach dem " Windhundprinzip " vergeben werden. Soll unsere Bildungslandschaft wirklich ein freier Markt werden ?

Als SPD legen wir Wert darauf, dass alle Grundschulen in Stendal hervorragenden Unterricht leisten. Bildung auf höchstem Niveau nur durch brutalen Konkurrenzkampf der Grundschulen untereinander zu erreichen, wie es Marcus Faber möchte, lehnen wir grundsätzlich ab. Dennoch sind auch wir für die Freigabe von Schuleinzugsbereichen, aber nach bestimmten Grundsätzen :

1. Zuerst müssen alle Grundschulen der Stadt saniert sein. Nur so haben alle Schulen optimale Grundvoraussetzungen und gleiche Startbedingungen.

2. Vorrang müssen die Schuleinzugsbereiche bei der Besetzung haben. Denn sonst könnte es passieren, dass Kinder von Nord quer durch die Stadt bis zum Stadtsee oder zur Goetheschule und umgekehrt gekarrt werden, wenn es keine freien Plätze mehr gäbe. Das erste " Zugriffsrecht " muss die örtliche Nähe zur Schule sein.

3. Geschwisterkinder müssen die Möglichkeit erhalten, in dieselbe Grundschule zu gehen. Bei einer völligen Freigabe könnte es passieren, dass ein Kind am Stadtsee, das andere Geschwisterkind in eine andere Schule muss.

4. Oft betreuen auch Großeltern ihre Enkel und bringen diese zur Schule. Auch hier muss die örtliche Nähe zur Schule berücksichtigt werden. Diese Beispiele zeigen, dass das Problem mit einfachen, unbedachten Schlagwörtern nicht gelöst ist.

Reiner Instenberg

Fraktionsvors. der SPD