Stendal ( ro ). " Zu sich selbst finden, möglicherweise Gott entdecken, sich an Natur und Menschen erfreuen ", so beschreibt Willi Kraning von der St. Jakobus-Gesellschaft Sachsen-Anhalt den Sinn des Jakobs-Pilgerns. Dessen Ziel muss nicht unbedingt der spanische Wallfahrtsort Santiago des Compostela sein, dem nach Rom und Jerusalem wichtigsten Pilgerort der Christenheit.

Auch in diesem Jahr lädt die Jakobus-Gesellschaft zusammen mit der Katholischen Erwachsenenbildung zu besinnlichen Wanderungen auf dem Jakobus-Pilgerweg durch Sachsen-Anhalt ein. Von März bis Oktober kann der alte Pilgerweg etappenweise immer sonnabends von Genthin bis Mücheln im Süden des Landes durchmessen werden.

Am kommenden Sonnabend, 28. März, wird auf der zweiten Etappe Stendal erreicht. Der Pilgerweg beginnt laut Willi Kraning um 9. 30 Uhr an der katholischen Kirche in Tangermünde. Kraning, der am 14. März den ersten Wegabschnitt von Genthin über Jerichow nach Tangermünde begleitet hat, rechnet mit 20 bis 30 Teilnehmern.

Mit der Jacobikirche bietet Stendal auch kulturhistorisch ein lohnendes Etappenziel. Dort, wo heute die dreischiffi ge gotische Hallenkirche steht, befand sich einst das früheste Gotteshaus Stendals innerhalb der mittelalterlichen Stadtbefestigung. St. Jacobi ist besonders eng mit dem Apostel der Spanier verbunden, wofür unter anderem die große Jakobus-Figur unter der Kanzel, einem steinernen Meisterwerk der Renaissance aus dem Jahr 1612, zeugt.

Das Pilgern durch Sachsen-Anhalt im Zeichen der gelben Muschel – der Jakobsmuschel – wird am 4. April von Stendal nach Tangerhütte und am 25. April von Tangerhütte nach Angern fortgesetzt. Am 24. Oktober steht die letzte Etappe des Jahres an, die von Querfurt nach Mücheln führt.

Mehr Infos und Anmeldungen ( nicht zwingend erforderlich ) : Katholische Erwachsenenbildung Magdeburg, Tel. ( 03 91 ) 6 20 86 41, E-Mail : info @ keb-sachsen-anhalt. de.