Stendal ( rwi ). Mit Vorträgen und Diskussionen zur Blauzungenkrankheit geht heute das siebente Stendaler Symposium zu Infektionskrankheiten beim Rind zu Ende. Seit Mittwoch tagen rund 350 Wissenschaftler, Tiermediziner sowie Vertreter aus Industrie, Verwaltung und Landwirtschaft aus ganz Deutschland und den europäischen Nachbarstaaten im " Schwarzen Adler ". Sie tauschen neue Erkenntnisse zur Bekämpfung und Diagnostik von vier derzeit aktuellen Rinder-Infektionskrankheiten aus. Gastgeber ist der in Stendal ansässige Fachbereich Veterinärmedizin des Landesamtes für Verbraucherschutz. Landwirtschaftsministerin Petra Wernicke eröffnete gestern das Symposium offi ziell.

Neben der Blauzungenkrankheit stehen die Paratuberkulose, die Bovine Virusdiarrhoe ( BVD ) und der Bovine Herpesvirus Typ 1 ( BHV 1 ) im Mittelpunkt der Tagung. Bei der Paratuberkulose handelt es sich um eine bakterielle Infektionskrankheit, die nach Ausbruch zu Durchfällen und anschließendem Tod führt. BVD wird dagegen von einem Virus übertragen, der eine Vielzahl von Symptomen hervorrufen kann. Die wirtschaftlichen Schäden können die Existenz der rinderhaltenden Betriebe gefährden. Bei der BVD-Bekämpfung nimmt Sachsen-Anhalt eine führende Stellung ein. Die hochansteckende Infektion mit dem BHV 1 führt zur Erkrankung der oberen Atemwege und des Geschlechtstraktes. Neben direkten wirtschaftlichen Schäden für einen betroffenen Betrieb kommt es zu indirekten Schäden, weil im internationalen und nationalen Tierhandel ausschließlich BHV 1-negativ getestete Tiere gefragt sind. Die Blauzungenkrankheit trat 2006 erstmals in Deutschland auf. Gefährdet sind neben Rindern auch Schafe und Ziegen. Der Virus wird durch Gnitzen ( Steckinsekten ) übertragen und in Sachsen-Anhalt fl ächendeckend durch Impfungen bekämpft.