Der bahnhofsnahe Parkplatz am Stendaler Busbahnhof wird nicht massenhaft zweckentfremdet durch Anwohner des Bahnhofsviertels genutzt. Das ist das Resultat einer mehrtägigen Überprüfung der Fahrzeugkennzeichen durch die Stadtverwaltung.

Stendal. Auf der Stellplatzanlage östlich des Busbahnhofs ein Ruhefleckchen für seine Karosse zu finden, ist wahrlich nicht einfach. Die 105 kostenlosen Parkplätze sind praktisch permanent belegt. Nur Glückspilze kommen hier zum Zuge. Da keimt bei dem einen oder anderen Parkplatzsucher mit dem Ärger der Verdacht auf, Anwohner des Bahnhofsviertels würden hier dauerhaft Stellplätze blockieren, die eigentlich Bahn- und Busreisenden vorbehalten sind.

Zentrum-Stadtrat Arno Felser hatte im Januar eine entsprechende Anfrage an die Stadtverwaltung im Wirtschaftsförderungsausschuss

gestellt und eine Überprüfung angeregt. Jetzt liegt ihm die Antwort von Oberbürgermeister Klaus Schmotz vor.

An drei normalen Arbeitstagen hatte die Stadtverwaltung die Kennzeichen sämtlicher auf dem Platz abgestellter Fahrzeuge erfasst und deren Halter ermittelt. An jedem der Tage standen 105 Autos in den Parkbuchten – der Platz war also zu hundert Prozent ausgelastet. Und das Ergebnis : Nur vier bis sieben Fahrzeuge gehörten Anwohnern der Bahnhofstraße oder anderer umliegender Straßen. Also wurden 3, 8 bis 7 Prozent der Stellfl ächen dem Park- und Rideverkehr ( P + R ) entzogen.

Das Ergebnis zeige, " dass eine widerrechtliche Nutzung durch Anwohner nur in einem geringen Maße entsteht ", meint Schmotz. Aus Sicht der Stadt gebe es keinen Anlass, " in irgendeiner Form Änderungen zu veranlassen ".

Allerdings würden einige Bahnnutzer ihre Autos wochenweise am Bahnhof parken. Aber, so der OB : " Auch dies gibt eine P + R-Anlage her. "

Der Parkplatz wurde im Jahr 1999 als einer der ersten Bauabschnitte des Schnittstellenprogramms geschaffen. 2004 entstand eine weitere bahnhofsnahe Stellplatzanlage mit fast 200 Plätzen auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs an der Lüderitzer Straße, die – vor allem wegen des Weges durch den unwirtlichen Bahnhofstunnel – lange Zeit nicht richtig angenommen wurde. Bewohner des Bahnhofsviertels klagten immer wieder, dass Bahnnutzer ihre Straßen zuparkten. Die Lage entspannte sich, als 2005 im Bahnhofsviertel nur noch Anwohner- und Kurzzeitparken zugelassen wurde.