Stendal. Seit Mittwoch weiß die stellvertretende Landrätin Annemarie Theil, welche Schulen im Landkreis mit Geld aus dem EU-Schulbau-F ördertopf bedacht werden ( die Volksstimme berichtete ). Gestern dann die telefonische Rückversicherung im Kultusministerium und die Bestätigung. Ja, fünf Millionen Euro, das ist die maximal mögliche Fördersumme für die Havelbeger Sekundarsschule. Grünes Licht also für den Umund Ausbau der Weinbergschule ?

Maximal hellgrün, denn bevor in der Havelbeger Schule wirklich die Sanierungsarbeiten beginnen können, wollen noch einige bürokratische Hürden genommen sein. Annemarie Theil : " Bei dieser Summe müssen wir die Planungsleistungen europaweit ausschreiben. Und dafür sind uns Fristen vorgegeben. Wir haben heute damit begonnen, diese Ausschreibung vorzubereiten. Am 28. Mai – eher geht es nicht – kann der Kreisausschuss den Planungsauftrag an den oder die Architekten vergeben, die die Ausschreibung gewinnen. " Ob noch in diesem Jahr die ersten Bauaufträge ausgelöst werden können, dazu wagt die stellvertretende Landrätin noch keine Prognose. Sie sieht allerdings auch keinen Grund, deshalb nervös zu werden. Bis 2012, so das schon lange vor der Vergabe der Fördermittel abgesteckte Ziel des Landkreises, soll die Havelberger Sekundarschule saniert und so umgestaltet werden, dass alle Voraussetzungen gegeben sind, um das neue Schulkonzept umzusetzen. " Und das wollen wir auch hinbekommen ", sagt Annemarie Theil, in deren Ressort eben auch solche komplexen Schulbauvorhaben fallen. Dieses in mehreren Jahresscheiben abzuarbeiten, macht auch Sinn, denn immerhin wird bei laufendem Schulbetrieb gebaut werden müssen. Die jetzt genehmigten Fördermittel gehen dem Landkreis dennoch nicht verloren, denn : " Die Nachweise über deren Verwendung müssen wir dem Land bis 2013 vorlegen. "

Geht die Rechnung der stellvertretenden Landrätin und aller, die bisher um dieses Projekt gekämpft hatten, auf, dann wird die Schule " Am Weinberg " in Havelberg so um- und ausgebaut, dass unter einem Dach sowohl die Sekundarschule als auch die Außenstellen des Tangermünder Gymnasiums Platz finden. Die ehemalige Aula wird zur Bibliothek umgebaut, die neue Aula zieht ins Erdgeschoss, wodurch sie auch problemlos für außerschulische Veranstaltungen nutzbar wäre. Neben Aula und Bibliothek könnten der Aufenthaltsraum für die Fahrschüler, der Speiseraum, das Computerkabinett und der Musikraum von den Sekundarschul- und Gymnasialklassen gemeinsam genutzt werden. Ein Fakt, mit dem das Havelberger Projekt bei der Fördermittelvergabe zu Recht zu punkten hoffte : die Nutzung von Unterrichtsräumen durch mehrere Schulformen. Ausschlaggebend für die Förderung wird jedoch die Umsetzung des Bildungskonzepts der Sekundarschule sein. " Das ist das A und O auch für spätere Förderungen anderer Projekte ", weiß Anne marie Theil aus ihrem gestrigen Gespräch mit dem Kultusministerium.

Stichwort Osterburger Sekundarschule. Dass der Landkreis nach Empfehlung im Schulausschuss und mit Beschluss des Kreistags diese Schule an die zweite Stelle der Schulbau-Prioritätenliste gesetzt hatte, habe für das Kultusministerium keine Rolle gespielt, so die stellvertretende Landrätin. Wichtig waren die Schulkonzepte. Und da wurden andere besser bewertet als die der Sekundarsschule " Karl Marx " in Osterburg. Ein Beispiel : Die Grundschule Bismark. Das dort mit dem Sanierunsgvorhaben eingereichte Bildungskonzept wurde mit 97 von 100 möglichen Punkten bewertet. Besser geht ‘ s kaum. So kommt Bismark in den Genuss von Fördermitteln in Höhe von maximal 1, 67 Millionen Euro ( mehr dazu auf der heutigen Bismark-Seite ).

Die Osterburger Sekundarschule sei damit allerdings noch nicht endgültig aus dem Rennen, denn : " Es gibt ja noch eine zweite Antragsphase. Wir werden das Konzept mit den Osterburgern gemeinsam überarbeiten und erneut einen Antrag stellen ", sagt Annemarie Theil.