Stendal. Über Kunst lässt sich ja bekanntlich wunderbar streiten. Thomas Missfeld, Künstler aus Schönhausen, definiert Kunst wie folgt : " Den Werken muss man ansehen können, was sie zeigen. " Ab Montag können sich Kunstinteressierte in Stendal über seine Umsetzung dieses Credos ein eigenes Urteil bilden. 14 Werke aus dem Fundus des Künstlers sind dann für zwei Wochen im " Steak House Mendoza " zu sehen.

Die Bilder sind genauso unkonventionell wie ihr Schöpfer. Neben sakralen Szenen in Öl finden sich Aktmalerei, Porträts, Stillleben, Fantasy-Motive und Ikonenmalereien. " Ich male, seit ich denken kann ", erklärt der Schönhausener. Eine künstlerische Ausbildung hat der 44-J ährige jedoch nicht. " Ich will mir von niemandem einen bestimmten Stil oder eine Technik vorschreiben lassen. Ich entwickle mich durch mein Schaffen immer weiter. " Je nach Stimmung und Motivation ist Thomas Missfeld außer Maler auch Bildhauer oder Modellbauer.

Die großen Meister der Vergangenheit, allen voran Leonardo da Vinci, sind die Vorbilder des 44-J ährigen. Beispielsweise habe er dessen Mona Lisa nachgezeichnet – mit großem Erfolg, wie er stolz berichtet. " Man hat mich angesprochen, ob ich das Original gestohlen hätte ", erzählt er. Leonardo scheint ihm nicht nur als Künstler ein Vorbild zu sein, sondern auch menschlich. Ähnlich wie da Vinci, der seiner Zeit weit voraus war, sehnt sich auch Missfeld woanders hin. " Wenn ich könnte, wie ich wollte, würde ich mit ihm umherziehen ", schwärmt der gelernte Maler und Lackierer.

Wie der Italiener arbeitet auch Thomas Missfeld mit Rastern und Bleistiftskizzen. " Würmer auf eine Leinwand werfen und das für tausende von Euro als Kunst zu verkaufen, kann jedes Kind. Das ist keine Kunst. "

Bis zum Sonntag, 29. März, sind die Werke des Schönhauseners in Stendal zu sehen.