Stendal / Iden. Nachdem vor fünf Jahren die Idener Sekundarsschule geschlossen wurde, könnte nun auch der Grundschule in der 1000-Einwohner-Gemeinde das Aus drohen. Das zumindest befürchtet der Förderverein. Bedroht sieht er die Schule durch ein " bürokratisches Wirrniss " um Schuleinzugsgebiete, und um 12, 60 Euro zusätzliche Beförderungskosten pro Kind, die der Landkreis nicht bereit wäre zu übernehmen. Soll deshalb letztendlich die Existenz der Idener Grundschule aufs Spiel gesetzt werden ?

Eine Antwort auf diese Frage hofft der Idener Grundschulförderverein von den Mitgliedern des Kreistags zu bekommen. An die Vorsitzenden der Fraktionen des Kreistags und an die Vorsitzende des kreislichen Schulausschusses schickte der Förderverein einen offenen Brief, dessen Kern genau diese Frage ist. Heute Abend tagt der Kreistag.

Doch der Reihe nach :

Rein rechtlich gehört das Nachbardorf von Iden – Königsmark – zum Schuleinzugsbereich Osterburg. Die meisten der Königsmarker Kinder besuchen jedoch die Idener Grundschule, was der wiederum hilft, die für den mittelfristigen Weiterbestand nötige Zahl von mindestens 40 Schülern zu sichern. Dem Königsmarker Gemeinderat war das Grund genug, darüber nachzudenken, in den Einzugsbereich der Grundschule Iden zu wechseln. Gesagt – beschlossen. Das aber würde unter anderem bedeuten, das Eltern aus Königsmark, die ihre Kinder weiterhin in Osterburg zur Grundschule schicken möchten, plötzlich mit Mehrkosten konfrontiert würden. Der Schulweg von Königsmark nach Osterburg ist nämlich etwas länger, als der von Königsmark nach Iden. Macht – laut Information des Schulverwaltungsamts an den Königsmarker Gemeinderat 12, 60 Euro pro Kind und Monat, die, falls Königsmark nicht mehr zum Schuleinzugsbereich Osterburg gehören würde, von den Eltern zu zahlen wären.

Der Gemeiderat von Königsmark reagierte darauf und machte seien Beschluss zum Wechsel aus dem Schuleinzugsbereich Osterburg in den von Iden rückgängig. Und nun ?

Nun könnte Königsmark zum Zünglein an der Waage für die Existenz der Idener Grundschule werden, sollten künftig alle Königsmarker Kinder in Osterburg eingeschult werden. Eltern, die ihre Kinder in Iden beschulen lassen möchte, müssen das beantragen und genehmigt bekommen. Allerdings : Sechs Familien außerhalb des Schuleinzugsbereichs Iden taten es für das kommende Schuljahr und fünf von ihnen ist es bis gestern genehmigt worden.