Hans-Werner Olm gastierte mit seinem neuen Programm – dem " Olmknall " – am Sonntag in Stendal. Vier seiner Fans trafen den Komiker unmittelbar vor seinem Auftritt und lernten einen sehr sympathischen, bodenständigen und ob 35-jähriger Bühnenerfahrung gelassenen Künstler kennen. Die Volksstimme war dabei.

Stendal. " Kuck ma ‘ Helga, der neue Siebener ! Issa ? Issaa, issaa. " Fans von Hans-Werner Olm kennen den Klassiker. Sylvia Skora zum Beispiel und Tino Elsner, wobei letzterer mehr auf " Luise Koschinski " steht – eine der Kult figuren, denen der Komiker pralles Leben einhaucht.

All dies sahen und hörten die Tangermünderin und der Stendaler am Sonntagabend nicht. Enttäuscht ? Im Gegenteil. Die beiden hatten Anfang März an der Volksstimme-Verlosung teilgenommen und neben den Eintrittskarten für die Veranstaltung ein Treffen mit Hans-Werner Olm unmittelbar vor dem Auftritt im ausverkauften Festsaal des " Schwarzen Adlers " gewonnen.

Sylvia Skora ist ein wenig nervös : " Was frage ich ihn bloß ?" Die Aufregung ist Minuten später wie weggeblasen. Im zur Künstlergarderobe umfunktionierten Damensaal des Hotels begrüßt Hans-Werner Olm seine Gäste, zu denen auch die Partner der beiden Gewinner – Denise Pietczyk und Michael Mewes – gehören, mit Handschlag und der nur mal so in den Raum geworfenen Frage : " Weiß jemand, wie Hamburg gespielt hat ?" Tino Elsner weiß es. Und schon sind die vier mit dem HSV-Fan Olm im Gespräch. Der outet sich auch gleich noch als Rückfall-Täter in Sachen Rauchen : " Ich hab ‘ s mir wieder angewöhnt, leider. Hat mal jemand ’ne Zigarette ?", und lädt seine Gäste zu einem Gläschen Sekt ein.

Olm plaudert draufl os. Vor zwei oder drei Jahren war er das letzte Mal in Stendal. " Ich weiß gar nicht mehr – war das der gleiche Saal ?" Egal. Es gibt Dinge, die seine Mini-Fan-Gemeinde am Garderobentisch im Moment mehr interessieren. Zum Beispiel, dass Hans-Werner aus dem Ruhrgebiet stammt, sich " so mit 19, 20 abgenabelt " hat und nach Berlin ( West ) ging, nicht zuletzt, um nicht zur Bundeswehr zu müssen. " Da hab ich dann angefangen, 1975. Blödel-Komiker nannten sie uns damals. Insterburg & Co, Otto Wahlkes, Gebrüder Blattschuss und so. Seit 35 Jahren leb ‘ ich jetzt davon. " Zeit für die Familie ? Nein, da bleibe nicht viel. Er könne damit aber auch ganz gut leben, sagt Hans-Werner Olm, denn : " Ich bin so mehr der Typ für die lange Leine. "

Apropos Frauen : Olm sei gerade dabei, sich von Luise Koschinski zu trennen, offenbart er Koschinski-Fan Ingo auf dessen Frage. Mittlerweile in Berlin von jedem Polizisten, der ihn anhält, mit " Na Frau Koschinski, wie jeht ‘ s denn so ?" begrüßt zu werden, sei ihm über, und außerdem : " Ich will den Job noch fünf Jahre oder so machen. Ich kann also durchaus noch mal etwas Neues ausprobieren. " Die lockere Plauderei lässt den Komiker fast die Zeit vergessen, seine Gäste sowieso. Schnell noch die obligatorischen Autogrammkarten und der Tipp von Sylvia Skora, sich doch auch einmal das herrliche Tangermünde anzusehen. Ein paar " Tangermünder Nährstangen " und ein Prospekt der Stadt sollen Olm daran erinnern.

Der verspricht ‘ s und baut die Einladung wenige Minuten später in sein Bühnenprogramm ein. " Ich bin vorhin von einer sehr sympathischen Dame nach Tangermünde eingeladen worden … Wir werden demnächst da mal durchrauschen. "

Was in den kommenden gut zwei Stunden " rauscht ", ist der Applaus im Festsaal des " Schwarzen Adlers " für ein ebenso komikgeladenes wie ironisches, teils feinsinniges und oft mit sehr direkten Worten auf den Punkt gebrachtes Programm des Hans-Werner Olm. " Der Olmknall " zündet in Stendal, mit neuen Texten, neuen Liedern eines glänzend aufgelegten Multitalents und mindestens vier besonders begeisterten Fans in Reihe 11 – auf den für die Volksstimme-Gewinner reservierten Plätzen.