Wenige Hundert Besucher erlebten in der Nacht zum Sonntag die elfte Tangermünder Musiknacht. Geboten wurde ihnen siebenmal beste Livemusik. Der Platz zum Tanzen reichte nicht immer.

Tangermünde. Mit etwas Wehmut erinnern sich Tangermündes Wirte an die Anfänge der Musiknacht im Jahre 2003. Tausende Besucher flanierten die ersten Male durch die Innenstadt. Die Straßen waren fast so voll wie zum Burgfest. Diese Zeiten sind vorüber. Wer am Sonnabend nach Tangermünde kam, musste zunächst annehmen, sich im Datum geirrt zu haben. Doch wer gezielt nach den Gaststätten Ausschau hielt, die mit der Musiknachtfahne an ihrer Hausfassade für die Partynacht warben, wurde nicht enttäuscht.

Die Stimmung war auch sechs Jahre nach der Auftaktveranstaltung ungebrochen gut. Wer Spaß, Unterhaltung, Tanz- und vor allem gute handgemachte Livemusik suchte, fand sie in allen sieben Lokalen.

" Million Miles " spielte auf dem Kurfürsten im Hafen der Stadt sowohl Ohrwürmer aus vergangenen Jahrzehnten als auch ganz aktuelle Titel. Um Jahrzehnte zurück, in die Zeit von Twist und Rock ‘ n’Roll, wurden die Gäste der Alten Brauerei entführt. " Twist-R " aus Magdeburg forderte mit gekonnter Livemusik zum Tanzen auf.

Im Hof Hohenstein kam " Kloppi " zum Einsatz. Der Alleinunterhalter an Gitarre und Mundharmonika gehört zum Urgestein der Tangermünder Musiknächte und gilt noch immer als Garant für beste Unterhaltung.

In ein Hinterzimmer der Exempel-Gaststuben hatte es Monika, ein Double von Andrea Berg, gezogen. Etwas versteckt, deshalb aber nicht weniger gut, sorgte sie in der ehemaligen Schule mit Schlagermusik für Stimmung.

Ziemlich eng wurde es im Stadtcafé und im Hotel Am Rathaus. " Silent Amps " und auch die " Village Boys " hatten mit ihrer Musik den Nerv der Gäste getroffen. " Noch einen Titel machen wir, und dann war’s das für heute ", sagte " Silent Amps " - Sänger Christian Müller gegen 22. 30 Uhr. Für diese Bemerkung erntete er lauten Protest. Noch weit nach Mitternacht spielten die vier jungen Musiker Titel aus ihrem umfangreichen Repertoire.

Mit Oldies aus fünf Jahrzehnten ging es im Hotel Am Rathaus hoch her. Der Saal bot Platz zum Tanzen. Doch selbst hier wurde es oftmals ziemlich eng. Als hätten sie auf diese Gelegenheit gewartet, stürmten beispielsweise vier Paare aus dem ostelbischen Raum den Saal kurz vor Mitternacht, warfen ihre Jacken zur Seite und gaben sich dem Rhythmus hin.

An die Zeit von Petticoat und Elvis-Locke erinnerte Marc Philip als Elvis-Double in der Zecherei. In Gestik und Mimik, selbst a cappella holte er den Schwarm vieler Frauen aus den 50 er Jahren für wenige Stunden an die Elbe. Damit herrschte auch im ältesten Kirchenbau der Stadt ausgelassene Stimmung.