Arendsee. 40 Schulleiter aus der ganzen Altmark informierten sich am Dienstag über Waldpädagogik beim Forstamt Nordöstliche Altmark in Arendsee. Dabei standen Flächenräumen, Kulturpfl ege, Knüppeln, Stangenschälen und Hochsitzbau auf dem Programm.

Katja Döge vom Betreuungsforstamt Nordöstliche Altmark begrüßte die Schulleiter und waldpädagogisch qualifi zierte Mitarbeiter des Forstamtes. " Wir wollen gemeinsam ins Gespräch kommen über eine bessere Nutzung unserer waldpädagogischen Angebote. "

Andreas Riethmüller vom Landesverwaltungsamt Halle machte auf die besondere Rolle der engen Zusammenarbeit von Waldpädagogen und Lehrern bei der Bildung und Erziehung der Schüler ab 14 Jahre aufmerksam. Stichwort Jugendwaldheime. Dort könnten die Jugendlichen auf besondere praxisnahe Weise Naturschönheiten kennenlernen und eigene Arbeitserlebnisse erfahren. Sie lernten bei Arbeit und Freizeitaktionen aber auch Menschen kennen, wie es sie im schulischen Alltag nicht gebe, und könnten von deren praktischen Lebens- und Berufserfahrungen profi tieren.

Einen Überblick über die insgesamt fünf Jugendwaldheime und das Haus des Waldes in Hundisburg gab Dr. Ehlert Natzke, zuständig für Dienstleistung und Waldpädagogik beim Landesbetrieb. " Zirka 50 000 Leute beteiligten sich im Vorjahr an Aktivitäten in diesen Einrichtungen ", informierte er. Weitere 11 500 Kinder der vierten Klassen seien bei den jährlichen Waldjungendspielen dabei. Försterwanderungen und Projekttage fanden für etwa 17 000 Schüler statt.

" Eine ganz neue Initiative ist die Aktion Waldfüchse für Vorschulkinder ", sagte Natzke. Anliegen sei die Vertiefung der Liebe zur Natur, die Förderung des Umweltbewusstseins und des Handelns danach. Nachhaltigkeit sei von großer Bedeutung. Im Land seien 53 Gruppen auf dem Weg zu " Waldfüchsen ". Über ihre positiven Erfahrungen mit Arbeit und Freizeit in der Arendseer Einrichtung sprachen Jutta Enskat-Kubelka von der Lernbehindertenschule Pestalozzi in Salzwedel und Simone Gagelmann vom Diesterweg-Gymnasium Tangermünde. Beide werteten die Aufenthalte aus eigenem Erleben als sehr positiv und mit intensiven Auswirkungen auf die Schülerpersönlichkeiten.

Nach der Tagung ging es in den Wald. Auf dem alten Postplatz des Forstamtes hatten die Mitarbeiter von Jugendwaldheimchef Christian Schlächter einen Imbiss um Tische und Bänke aufgebaut. Sie servierten Wildschwein vom Spieß über dem Feuer, Bratwurst und Steaks vom Grill.

Dann machten sich die Pädagogen ein anschauliches Bild von den Arbeiten, die Jugendliche aus Schulen in Delmenhorst und Wunstorf während ihres Aufenthalts im Jugendwaldheim absolvieren. Unter Anleitung der Forstfachleute Frank Wolter und Martin Schulze sowie des Waldpädagogen und Forstfachmanns Wolfram Juhl führten sie vor, wie eine Fläche zur Kulturpflege geräumt, wie geknüppelt und wie Stangen geschält werden. Die bauten sie anschließend zu einem Hochsitz zusammen. Sowohl die Lehrer als auch die Forstleute schätzen die Veranstaltung als sehr gelungen ein.