Stendal ist närrisch geworden. Einmal im Jahr darf die Hansestadt das auch und scheint dankbar dafür, dass der Wahrburger Carneval Club dann zur närrischsten Nacht des Jahres einlädt. Am Sonnabend war es einmal wieder soweit.
Stendal l Was wäre die große Hansestadt Stendal ohne den kleinen Ortsteil Wahrburg? Um einiges farbloser, kulturell ärmer, nicht ganz so närrisch - zumindest in der Faschingszeit. Dessen ist sich auch das Stendaler Stadtoberhaupt Klaus Schmotz bewusst, der sich während der Prunksitzung des Wahrburger Carneval Clubs (WCC) am Sonnabend nicht nur unters Jecken-Volk im "Schwarzen Adler" mischte, sondern sich vor deren Leistung ganz offiziell und tief verbeugte. Als er das tat, hatte der WCC zwei der drei Programmstunden bereits hinter sich gebracht und diese Geste des OB mehr als verdient.
Im 33. Jahr ihres Bestehens drehten die 100 Wahrburger Karnevalisten um Präsident Gerold Müller mächtig auf. Spritziger Humor, Schüsse aus der Bütt in alle Richtungen, Sketche, Wahrburger Texte auf Hit-Melodien geschrieben, klassischer Karnevalstanz und ein Publikum, das auf genau diese Mischung gehofft hatte. Jede Nummer auf der Bühne wurde beklatscht, bejohlt, mit "Raketen" bedacht, teils frenetisch gefeiert und von den Akteuren mit Zugaben gespickt. Man puschte sich gegenseitig, trieb sich von Höhepunkt zu Höhepunkt, bis die Stimmung schon weit vor dem Finale den Siedepunkt erreichte. So muss das auch sein in der närrischsten Nacht des Jahres, soll sie als gelungen in die WCC-Vereins- und Stendaler Stadtgeschichte eingehen.
Nicht leicht, aus den mehr als 20 Nummern - allein vor dieser Zahl darf man den Hut ziehen - die schönsten herauszugreifen. Gänsehaut-Potenzial bekam die Show immer dann, wenn der WCC-Nachwuchs auf die Bühne kam. Das war bei den Wahrburger Tanzmäusen, die den "König der Löwen" tanzten, spielten und sangen, der Fall und beim Auftritt des Jugendtanzpaares (Solveig Wolter, 9 Jahre, und Robert Gordon Kruft, 8 Jahre) nicht anders. Letztere sind übrigens Dritte der vorjährigen Landesmeisterschaften im karnevalistischen Tanz und wollen bei den Landesmeisterschaften in zwei Wochen Vizemeister werden, mindestens. Diesen Titel trägt Tanzmariechen Tammy Gierke bereits, deren Auftritt fast schon leistungssportliche Züge hatte. Überhaupt: Tänzerisch macht der WCC einiges her, mit Showballett, Mariechen-Gewimmel, Tanzgarde und - nicht zu vergessen - seinem Männerballett. Bei dessen Auftritt unmittelbar vor dem Finale hielt es kaum noch einen im Saal auf seinem Stuhl. Wer das am Sonnabend nicht miterleben konnte, bekommt am 18. Februar dazu noch einmal die Gelegenheit. Einige Karten für die zweite WCC-Prunksitzung 2012 soll es noch geben.

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Der Tunnel kommt doch ....! Die Typen vom BUND (die noch auf Kosten der Steuerzahler agieren) machen die ganze Thematik TUNNEL um das doppelte teurer. Das diese "Fraktion" nicht endlich beiseite geschoben wird, ist mir unverständlich. Was ist das bloß für eine Gesellschaft ?! Zu DDR-Zeiten war dieser tunnel im Gespräch, weil er gebraucht wurde und gebraucht wird. Nur mit dem Unterschied, die DDR hatte kein Geld. Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen die Sache durchziehen !
Vergesst die inzwischen verschwundenen Museen nicht! Da gehen große Kostbarkeiten verloren - wie im Fall des in Sachsen-Anhalt einmaligen und großen Natur- und Völkerkunde-Museums "Julius Riemer" in Wittenberg. Das hat inzwischen geschlossen und es steht in den Sternen, ob es je wieder in annähernd der Größenordnung zu sehen sein wird wie bisher. Siehe auch www.riemer-museum.de - die Webseite der Bürgerinitiative, die versucht, das Museum zu retten. Dort gibt es auch eine Fotogalerie (im Aufbau) über die breit gefächerte Sammlung kostbarer und kostbarster Zeugen der Entwicklung des Lebens und vor allem der Menschheitskultur.