
Auch wenn es nicht speziell um die beiden Ex-Häftlinge in Insel ging, drehte sich die Gesprächsrunde des SPD-Kreisverbandes zum Thema Wiedereingliederung von Straftätern mit Justizministerin Angela Kolb am Montagabend doch zumeist um sie.
Stendal l Rund 30 Genossen vom SPD-Kreisverband und dazu weitere Gäste hatten sich im "Schwarzen Adler" eingefunden, um zu hören, wie sich Justizministerin Angela Kolb zur Integration von ehemaligen Strafgefangenen heute und in Zukunft nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes positioniert. Mit ihr im Podium saßen Thomas Wurzel, Leiter der Justizvollzugsanstalt Burg, sowie Delia Göttke vom Landesverband für Straffälligen- und Bewährungshilfe.
Den aktuellen Anlass für den Informationsbedarf der Teilnehmer an der gut zweistündigen Runde gaben die beiden aus der Sicherungsverwahrung entlassenen Männer in Insel. Und obwohl es zuvorderst um Resozialisierung von Straftätern im Allgemeinen ging, führte die Diskussion doch immer wieder auf das konkrete Beispiel eines offensichtlich missglückten Integrationsversuches zurück. Konkret gehe es meist um Hilfe bei der Beschaffung von Wohnung und Arbeit.
"Die Resozialisierung beginnt aber nicht erst am Tag der Entlassung, sondern mindestens ein halbes Jahr vorher im Vollzug", stellte die Ministerin klar. Sie verwies auf die zwei Standbeine, auf denen die Wiedereingliederung ruht. Als duales System bezeichnete Kolb den Sozialen Dienst der Justiz auf staatlicher Seite und das landesweite Netz freier Träger, die sich beide um die Resozialisierung bemühen. Trotzdem gebe es eine Rückfallquote von mehr als 50 Prozent, räumte JVA-Leiter Wurzel auf Frage von Dr. Volkmar Lischka ein.
Wurzel sieht indes die JVA Burg gut aufgestellt mit sieben Sozialarbeitern und sechs Psychologen bei 650 Inhaftierten. Es gebe viele Hilfsangebote an die Inhaftierten. Diese würden aber bei den Strafgefangenen auf unterschiedliche Resonanz stoßen.
"Um resozialisieren zu können, muss man auch sozialisiert sein", merkte Wurzel an. So hätten rund 80 Prozent der Straftäter keinen Schulabschluss, kristallisierte sich für Ministerin Kolb als großes Problem heraus.
Dass der Opferschutz zu kurz komme und für Täter zu viel getan werde, wollte Delia Göttke in der Diskussion nicht gelten lassen. Sie sieht in der Arbeit mit den Tätern auch ein Stück "Opferarbeit", äußerte aber Verständnis für die Proteste in Insel: "Man darf die Ängste der Einwohner nicht missachten." Damit erntete sie allerdings nicht bei allen Teilnehmern der Runde Zustimmung.
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Der Tunnel kommt doch ....! Die Typen vom BUND (die noch auf Kosten der Steuerzahler agieren) machen die ganze Thematik TUNNEL um das doppelte teurer. Das diese "Fraktion" nicht endlich beiseite geschoben wird, ist mir unverständlich. Was ist das bloß für eine Gesellschaft ?! Zu DDR-Zeiten war dieser tunnel im Gespräch, weil er gebraucht wurde und gebraucht wird. Nur mit dem Unterschied, die DDR hatte kein Geld. Man kann nur hoffen, dass die Verantwortlichen die Sache durchziehen !
Vergesst die inzwischen verschwundenen Museen nicht! Da gehen große Kostbarkeiten verloren - wie im Fall des in Sachsen-Anhalt einmaligen und großen Natur- und Völkerkunde-Museums "Julius Riemer" in Wittenberg. Das hat inzwischen geschlossen und es steht in den Sternen, ob es je wieder in annähernd der Größenordnung zu sehen sein wird wie bisher. Siehe auch www.riemer-museum.de - die Webseite der Bürgerinitiative, die versucht, das Museum zu retten. Dort gibt es auch eine Fotogalerie (im Aufbau) über die breit gefächerte Sammlung kostbarer und kostbarster Zeugen der Entwicklung des Lebens und vor allem der Menschheitskultur.