Stendal. 1959 stand die damalige neunte Klasse der Diesterwegschule aus Stendal im Rampenlicht. Die DEFA, genauer das Studio für populärwissenschaftliche Filme, beschloss, einen Kurzfilm über den praxisnahen Physikunterricht der polytechnischen Schule zu drehen. "Sehr gut in Physik" heißt der Dokumentarfilm. 15 Minuten ging er und wurde vor allem vor Kinofilmen gezeigt.

Große Freude über den Film

Zum 50-jährigen Klassentreffen am Freitagabend erinnert sich auch der damalige Mathematik- und Physik-Lehrer Gerhard Gissendorf an den Dreh: "Ich wurde als Lehrer von einem Schauspieler aus dem Theater der Altmark ersetzt. Jedoch stand ich dem Regisseur beratend zur Seite. Das ist sogar vertraglich geregelt. Mein Honorar betrug damals 300 Mark brutto, davon musste ich allerdings noch 20 Prozent Honorarsteuer zahlen", sagt er schmunzelnd.

Auch die mitwirkenden Schüler bekamen ein kleines "Taschengeld" von fünf Mark pro Drehtag. "Das war unser Zigarettengeld", erinnern sich die Ehemaligen lachend.

Anlässlich des Klassentreffens im Hotel am Bahnhof wurde nach vielen Jahren der Film das erste Mal wieder gezeigt. Organisiert hatte das Renate Jahn aus Stendal. Auch sie ist in dem Film zu sehen. "Es war gar nicht so leicht an den Film zu kommen. Über die Babelsberger Filmstudios bis nach Berlin musste ich mich durchtelefonieren. Dann hatte ich ihn."

Praktische Arbeit an Maschinen

Zu sehen ist im Film eine im Unterrichtsraum lernende Klasse und die praktische Arbeit an Maschinen. So sollte vermittelt werden, dass der polytechnische Unterricht ein sehr praxisnaher ist. Getreu dem Motto "Fachunterricht, selbst erlebt, was in den Büchern steht", meint der Sprecher im Film.

Alle Anwesenden waren sichtlich vergnügt, den Film zu sehen. Viele "Das bin ja ich"- oder "Mensch, was für eine Frisur"-Rufe, waren zu hören. Die Freude über den Film war groß, zumal viele ihn schon längst vergessen hatten.