Einen Blick hinter die Kulissen des städtischen Schüler- und Jugendklubs warfen die Mitglieder des Tangerhütter Sozialausschusses um Vorsitzenden Daniel Wegener während ihrer jüngsten Sitzung. Klubleiterin Eileen Wolf-Köppe informierte über das Angebot und die Besucherzahlen. Die sind relativ stabil, auch wenn sich die Mitarbeiter auch manchmal neue Kinder und Jugendliche im Klub wünschen.

Tangerhütte. "Es ist schwer, neue Jugendliche zu begeistern, im Jugendklub ist es doch meist ein harter Kern", sagt Eileen Wolf-Köppe. 20 bis 30 Kinder und Jugendliche sind es pro Tag, die in den Räumen des Schülerklubs an der Magdeburger Straße ihre Freizeit verbringen, Computer spielen, Basteln oder sich in der Quatschdiele einfach nur treffen.

Auch wenn sie mit ihrem Team aus bis zu fünf Teilzeitkräften ein buntes Aktivitätsangebot im Schüler- als auch im Jugendklub leistet. So wird seit Jahren zum Schultütenfest eingeladen, um die Erstklässler zum Kennenlernen in den Schülerklub zu holen. "Viele kommen dann auch wieder, manche werden hier auch groß und gehen ab 16 in den angeschlossenen Jugendklub", sagt Eileen Wolf-Köppe.

Das tägliche Angebot richte sich sehr nach den Bedürfnissen der Kinder, erklärt sie, und das täglich von 14 bis 18 Uhr und zweimal im Monat auch Sonnabends von 13 bis 16 Uhr. Vier ausgebildete Mitarbeiter und zusätzliche Hilfskräfte sorgen dafür, dass auch größere Veranstaltungen abgesichert werden können.

Davon gab es 2009 beispielsweise ganze 78 mit 1315 gezählten Besuchern. Bastelnachmittage, Sportspiele oder Romméturniere, aber auch ein Familientag oder die Bastelstraßen bei Veranstaltungen im Kulturhaus der Stadt und beim Parkfest waren sehr beliebt. 2004 gab es noch 33 solcher Veranstaltungen mit 635 Teilnehmern, 2006 waren es schon 79 Veranstaltungen mit immerhin 2036 Teilnehmern.

Auch ingesamt schwanken die Besucherzahlen über die Jahre. So gab es 2004 noch 5098 Besucher, 2005 waren es schon 9811 Besucher und 2007 8883 Besucher, bevor es 2008 auf 6888 Besucher zurück ging.

Im vergangenen Jahr konnten 7129 Besucher im Schülerklub Tangerhüttes gezählt werden, die Besucherzahlen im Jugendklub liegen stabil bei etwa 2000 Besuchern pro Jahr.

Die Entwicklung im Schülerklub habe auch damit zu tun, dass der Schulalltag für viele Kinder und Jugendliche schwerer geworden sei, sagt Eileen Wolf-Köppe. "Viele haben jetzt längere Fahrwege zum Gymnasium, manchen fehlt aber auch einfach die Zeit, um ihre Freizeit hier zu verbringen und für die meisten ist so ein Tag auch sehr anstrengend, das merken wir hier auch. Die Kinder stehen den ganzen Tag unter Strom und dann wollen sie nachmittags oft nicht mehr viel machen." Außerdem gebe es in Tangerhütte inzwischen mehrere Angebote parallel, darunter die des Arbeiter-Samariter-Bundes oder der Kirche.

Bürgermeister Gerhard Borstell wies darauf hin, dass der Schülerklub durch den Landkreis gefördert werde, "dafür haben wir aber auch bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen, Fachpersonal und Standardangebote vorzuhalten. Die Arbeit der letzten Jahre hat aber gezeigt, dass wir hier stabile Verhältnisse haben."

Ausschussmitglied Helga Strube sagte: "Wir können froh sein, dass wir den Klub noch haben, egal wieviele Kinder kommen. Es bedeutet sinnvolle Freizeitbeschäftigung und dass Jugendliche weg sind von der Straße. Ihre Arbeit hier ist anerkennenswert."

In den einzelnen Räumen der Einrichtung sahen sich alle Ausschussmitglieder im Anschluss an die Sitzung um. "Heute begeistern sich die Kinder auch mal für eine Runde klassischer Brettspiele, weil das sonst oft keiner mit ihnen macht", sagt Eileen Wolf-Köppe auf die Frage, ob der Computerraum zu den beliebtesten Bereichen zähle.