Seit sechs Jahrzehnten leben in Stendal Diakonissen in einer genügsamen, verbindlichen Gemeinschaft im Dienste des Glaubens und der Nächstenliebe. Vier der Schwestern feierten am Pfingstsonntag ihr Einsegnungsjubiläum, welches von einem Gottesdienst im Mutter- haussaal umrahmt wurde.

Stendal. Sie sind alle Mitte, Ende 80 und doch so wach, wie man es sich für diess Lebensalter nur wünschen kann. Vier Diakonissen, die mit vielen weiteren dutzend Schwestern nach dem Ende des zweiten Weltkrieges aus Schlesien über Umwege nach Stendal kamen, standen am Pfingstsonntag im Mittelpunkt einer Feierstunde im Mutterhaussaal, die einen für sie ganz besonderen Tag wieder in Erinnerung rief: die Einsegnung.

Für die Diakonissen-Schwestern Elfriede Heiduk, Ursula Kalinke und Hildegard Menzel war es das 60. Jubiläum ihrer Einsegnung, die damals in der Jacobi-Kirche erfolgte, und für Schwester Gertraude Walther das 50. "Das ist ein ganz besonderer Tag für uns", sagte Schwester Elfriede, "es werden so viele Erinnerungen wach."

Erinnerungen an die Anfänge in Stendal, als sie weit über 100 Schwestern waren, die den Krankenhausbetrieb führten, im OP und auf Station als Schwestern arbeiteten, sich um Pflege und Versorgung Kranker und Schwacher kümmerten. Erinnerungen an sehr verworrene Zeiten, wie Pfarrer Ulrich Paulsen in seiner Predigt formulierte. "So verworren, dass Sie lange auf Ihre Einsegnung warten mussten, obwohl Sie schon viele Jahre Ihren Dienst taten."

An die festliche Stimmung zur Einsegnung erinnerte Paulsen, der den Gottesdienst mit Pfarrer Thomas Krüger gemeinsam gestaltete: "Das waren noch Zeiten, werden Sie manchmal denken, als der Zug von Schwestern in die Jacobikirche einzog, es war eine Demonstration der starken Gemeinschaft mit grenzüberschreitendem Besuch."

Noch heute strahle diese starke Gemeinschaft nach außen und zeige, dass ein gelingendes Zusammenleben verschiedener Individuen und Begegnungen möglich sind, in denen sich zunächst fremde Menschen aufeinandertreffen und aneinander wachsen. "Sie haben festen Halt gefunden, auch wenn nicht immer alles klar und einfach war und Sie Höhen und Tiefen erlebt haben", sagte Paulsen an die Diakonissen gerichtet.

Die Bereitschaft, von eigenen Vorlieben Abstand zu nehmen und die eigenen Vorstellungen zu weiten, sein Herz zu öffnen, zeichne die Diakonissen aus. Dafür und für ihren Dienst an der Gemeinschaft dankten Pfarrer Paulsen und Pfarrer Krüger im Namen vieler in dem Gottesdienst. Blumen und Geschneke waren da schon fast nicht mehr nötig, um die Rührung bei den Diakonissen sichtbar werden zu lassen.

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