Tornau. Im Rahmen des beliebten Mühlentages konnten Interessierte am Pfingstmontag in die Geschichte des handwerklichen Könnens unserer Vorfahren eintauchen . Trotz wechselhafter Witterung waren viele Ausflügler nach Tornau gekommen, um die prächtige Bockwindmühle zu besichtigen und von einem Generationswechsel zu erfahren.

So zeigte neben Heinz Grützkau auch Joachim Maeße den Besuchern das Bauwerk. Der 57-Jährige tritt als Vorsitzender des Heimatvereins Tornau die Nachfolge von Grützkau an, der sich in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder dafür einsetzte, die Mühle – wenn auch nicht mehr in Betrieb – mit Hilfe von Spenden, öffentlichem Geld und Aktivitäten des Heimatvereins zu reparieren und instand zu halten.

Nun wolle Grützkau (78) "etwas ruhiger treten" und ist sich sicher: "Joachim wird als Mitglied der Maeße-Müller- Generation sicherlich die Tradition fortführen."

Maeße präsentierte sich am Pfingstmontag in ordentlicher weißer Müllerkleidung als Vertreter der vierten Generation des einstigen Mühlenbetreibers, seines Ur-Großvaters Andreas Maeße. Der hatte 1877 die Mühle erworben, die jedoch fünf Jahre später vom Blitz getroffen wurde und 1897 einem Feuer zum Opfer fiel. Das jetzige Bauwerk wurde mit 23 Pferdegespannen von Zedau bei Osterburg nach Tornau transportiert. Opa Albert Maeße und Joachims Vater waren bis 1972 noch als Müller tätig, wobei der damals kleine Joachim beiden oft bei der Arbeit zusah, beruflich aber eine andere Laufbahn einschlug.

Als 1972 ein mächtiger Sturm die Mühle stark beschädigte, drohte sie zu verfallen.

1982 übergab Familie Maeße das Bauwerk der Gemeinde.