Der Färberhof hat Zuwachs bekommen: Seit Anfang Mai ist unter dem Dach der privaten Kindereinrichtung die Betriebskita der Johanniter beherbergt. Gestern wurde sie Vertretern von Stadt und Krankenhaus vorgestellt.

Stendal. Fertig gemalert ist, auch Teppich ist verlegt und einige Möbel stehen auch schon. Hier, in den Räumen im Obergeschoss eines der Fachwerkhäuser im Färberhof, befindet sich seit Anfang Mai die "Offene Betriebskindertagesstätte der Familienzentrum Färberhof gGmbH in Kooperation mit dem Johanniter-Krankenhaus Genthin-Stendal GmbH". Gemütlich ist es eigentlich schon, aber die Ausgestaltung und Dekoration steht noch aus. Da sollen die Eltern einbezogen werden.

Eltern von derzeit zehn Kindern, die ihren Nachwuchs in der ersten Stendaler Betriebskita unterbringen werden. Eltern, die allesamt im Krankenhaus am Stendaler Standort arbeiten und denen mit der hier angebotenen 24-Stunden-Betreuung ihr Schichtdienst erleichtert wird.

Eine Kooperation mit dem Johanniter-Krankenhaus pflegt der Färberhof schon seit Längerem. 14 Kinder von Mitarbeitern des Johanniter-Krankenhauses wurden bislang und werden zum Teil noch in der privaten Einrichtung in den regulären Gruppen betreut.

Die Initiative zu der Betriebskita – die vierte in Sachsen-Anhalt – war vom damaligen Krankenhaus- Geschäftsführer Roman Wermers ausgegangen, nachdem Mitarbeiter den Wunsch nach einer Betreuung außerhalb der Regelzeiten geäußert hatten. "Er fand, dass unser pädagogisches Konzept gut zum Leitgedanken der Johanniter passt", erzählt Marika Mund, Geschäftsführerin des Färberhofs. Dieses Konzept – mit der Orientierung an der Reggio-Pädagogik, gesunder Lebensweise, Wald-, Sport-, Garten- und Englischtagen – soll auch Anwendung in der Betriebskita finden, in der drei pädagogische Fachkräfte arbeiten. 2004 gab es erste Gespräche, der Beschluss des Kuratoriums folgte im November, was der endgültige Segen für dieses Projekt war. "Der Weg zur Genehmigung war nicht immer einfach", deutet Marika Mund an. Immerhin mussten neun Fachämter unter einen Hut gebracht werden.

Krankenhaus-Geschäftsführer Stephan Wegener sieht in der Eröffnung der Betriebskita, deren Laufzeit auf zunächst 15 Jahre festgelegt ist, einen wichtigen Beitrag zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf: "Damit wird insbesondere alleinerziehenden weiblichen Fachkräften und Wiederkehrerinnen aus dem Erziehungsurlaub der Wiedereinstieg in das Berufsleben ermöglicht." Zudem sei der Faktor Kinderbetreuung für viele Bewerber wichtig bei ihrer Entscheidung für einen Arbeitgeber. "Ärzte können überall hingehen, aber sie sollen sich für uns entscheiden", sagte Wegener.

Der Zusatz "offen" im Namen der Betriebskita wurde nicht zufällig gegeben. Sofern andere Unternehmen willens seien, sich an den Platzkosten zu beteiligen, könnten auch sie die Kinder ihrer Mitarbeiter hier unterbringen, sagt Marika Mund. Acht Betreuungsplätze seien derzeit noch frei.

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