17 Jugendliche aus dem Ausbildungsbereich Holz aus neun beruflichen Rehabilitationseinrichtungen in Sachsen-Anhalt und Thüringen waren in dieser Woche zu einem Leistungsvergleich im CJD Billberge zusammengekommen. Das Ergebnis ihrer Arbeit: sechs kleine Holz-Lkw mit Anhänger, die gestern an vier Kindergärten aus Tangermünde und Arneburg verschenkt wurden.

Billberge. Drei Tage lang wurde in der Holzwerkstatt des Christlichen Jugenddorfs Billberge (CJD) gesägt, gefeilt und gebaut. 16 junge Männer und eine junge Frau hatten sich für einen Leistungsvergleich an diesem Standort qualifiziert.

Sie alle erlernen in sogenannten wohnortnahen beruflichen Rehabilitationseinrichtungen – dazu gehört auch das CJD Billberge – den Beruf des Tischlers oder Holzbearbeiters. Einmal jährlich gibt es für sie einen Leistungsvergleich. Der zehnte fand jetzt in Billberge statt. Ausbilder Joachim Müller hatte ihn zusammen mit seinen Kollegen vorbereitet.

Anders als in den neun Jahren zuvor ging es dieses Mal darum, ein Werkstück im Team fertigzustellen – einen Lkw mit Anhänger aus Kiefernholz. "Früher hat jeder für sich selbst gekämpft. Jetzt bestand die Aufgabe darin, zusammen etwas erfolgreich zu beenden – genau so, wie es heute in der freien Wirtschaft verlangt wird", erklärte Müller.

Für das CJD Billberge gingen David Mazala (3. Lehrjahr) und Michael Heinecke (2. Lehrjahr) an den Start. Heinecke hatte sich noch kurz vor Beginn des Leistungsvergleiches mit einem guten Ergebnis in der Zwischenprüfung für die Teilnahme qualifiziert. Allerdings kamen die beiden nicht unter die ersten drei besten Teams. "Wir können ja nicht immer Sieger sein", sagte Joachim Müller, ist jedoch mit dem Ergebnis seiner beiden Schützlinge zufrieden.

Der erste Platz ging im Übrigen an das Team aus Erfurt, in dem die einzige junge Frau vertreten war. Platz zwei belegten die Jugendlichen aus Bad Dürrenberg, Platz drei ging nach Saalfeld.

Da in diesem Jahr kein Tablet, keine Truhe sondern Spielzeug gebaut wurde, hatte das CJD Kindergärten der Region angeboten, dieses für sich zu nutzen. Deshalb kamen gestern kleine und große Vertreter aus dem Tangermünder Spielhaus und "Die kleinen Ritter", aus der Hämertener Kita "Elbspatzen" und der Arneburger Kita "Elbräuber" nach Billberge. "Ich finde es stark, dass eure Arbeit weitergegeben werden kann", sagte CJD-Einrichtungsleiter Hans-Ulrich Börnge zu den Jugendlichen. Genau so stelle er sich Nachhaltigkeit vor. "Sollten Reparaturen am Lkw erforderlich werden, stehen wir gern dafür zur Verfügung", bot Joachim Müller den Kindern und deren Betreuern an.

In den vergangenen drei Tagen wurde in Billberge jedoch nicht nur an der Erfüllung der Aufgabe im Leistungsvergleich gearbeitet. Die lernbehinderten jungen Menschen entdeckten Tangermünde für sich und saßen bei einem Grillabend zusammen. Die geplante Kanufahrt fiel wegen des Hochwassers aus. Die Betreuer der Jugendlichen nutzten die Zeit für Fortbildung, indem sie sich das Leimbinder- und das Glaswerk in Redekin anschauten. Für sie stand zudem eine Kremserfahrt auf dem Programm.