Für den äußerst katastrophalen Fahrbahnzustand des Bahnüberganges, der die erst im Herbst 2013 glattgebügelte B246a zwischen Wanzleben und Klein Wanzleben kreuzt, ist bis heute kein Reparaturtermin in Sicht. Das Gleisbett hätte längst saniert sein müssen. Der Betreiber hat auf die vom Verkehrsministerium gesetzten Fristen bislang nicht reagiert. Der Zwist liegt bereits vor Gericht.

Wanzleben l Die Asphaltdecke am B246a-Bahnübergang ist noch immer in einem katastrophalen Zustand, auf dem Gleisabschnitt klaffen tiefe Risse und Löcher, die mehr und mehr für Frust und Unmut bei den Auto- und Lkw-Fahrern sorgen. Der Streckenbetreiber, die Deutsche Regionaleisenbahn (DRE), hatte selbst die nach einer gemeinsamen Bahnschau Mitte September vom Landkreis festgelegte Sanierungsfrist - mit Stichtag 1. November 2013 - unverrichteter Dinge verstreichen lassen.

Auch das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen pocht als zuständige Eisenbahnaufsichtsbehörde bereits seit 2012 darauf, dass das Eisenbahnunternehmen, das die Zuckerbahnstrecke seit Jahren betreibt, endlich repariert. "In dem erstellten Bescheid war auch die Anordnung zur Instandsetzung des Fahrbahnbelages des Bahnüberganges enthalten. Diese Forderung ist von dem Eisenbahnunternehmen beklagt worden", erklärte gestern Ministeriumssprecherin Tatjana Kutscha auf Volksstimme-Anfrage. Eine gerichtliche Entscheidung hierzu steht noch aus.

Mit Blick auf die Bitumenausbrüche auf der Fahrbahn innerhalb des Gleisbettes sei dem Betreiber bereits ein Zwangsgeld angedroht worden. "Die Höhe soll im nächsten Verwaltungsschritt festgesetzt werden", so die Pressesprecherin. Wie lange sich das Verfahren vor Gericht hinziehen wird, könne sie nicht abschätzen.

Auf die Bahnschau-Mängelliste folgte der Stillstand

Bei der Bahnschau Mitte September des Vorjahres hatte die Straßenverkehrsbehörde auch den Bahnübergang in Wanzleben Vor dem Schloßtor (L46) unter die Lupe genommen und auch hier Mängel am Fahrbahnzustand festgestellt. "Auch das wurde gegenüber dem Streckenbetreiber angemahnt und ist bis heute nicht instand gesetzt worden", hatte jüngst Jürgen Till, Leiter der Straßenverkehrsbehörde des Landkreises, auf Nachfrage erklärt.

Gerhard Curth, der Geschäftsführer der Deutsche Regionaleisenbahn, war für eine Stellungnahme telefonisch gestern nicht zu erreichen. Die Deutsche Regionaleisenbahn GmbH mit Sitz in Berlin ist ein nichtbundeseigenes Eisenbahninfrastrukturunternehmen, das nach der Streckenlänge das zweitgrößte Streckennetz nach der Deutschen Bahn in Deutschland betreibt. Sie wurde 1993 vom Deutschen Bahnkunden-Verband gegründet.

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