Biere l Das hat sogar Bernd Nimmich überrascht. Der SPD-Bürgermeister von Bördeland traute seinen Augen nicht, als die vielen Zusagen nach der Einladung zum Neujahrsempfang in der Verwaltung eintrudelten. Von Pfarrern und Feuerwehrkameraden über Sportler, Vereinsvorsitzende und Gewerbetreibende bis hin zu Kommunal-, Landes- und Bundespolitikern: Sie kamen dieser Tage gern nach Biere, wo die Gemeinde Bördeland zum traditionellen Neujahrsempfang eingeladen hatte.

In seiner sehr emotionalen Rede ließ Bernd Nimmich das Jahr 2013 Revue passieren, das vor allem von Katastrophen geprägt war. "Wir mussten mal wieder mit ansehen, welche zerstörerische Kraft das Wasser hat", so Nimmich im Hinblick auf die Hochwasserkatastrophe vom Juni entlang der Flüsse in der Region. Er sprach den Betroffenen sein Mitgefühl aus und wünscht sich, dass die Schäden so schnell beseitigt sein werden.

Nicht unerwähnt ließ der Bürgermeister zudem den Einsatz der vielen Helfer, der die übergroße Solidarität der Menschen zeigte. "Sie gingen bis an die Grenze ihrer Kraft - die Einsatzkräfte der Feuer- und Wasserwehren, alle zivilen Helfer sowie Firmen und Instutionen", lobte Nimmich. Indirekt war auch Bördeland betroffen. So wurde unter anderem das Sport- und Freizeitzentrum als Wohnstätte für Flutopfer hergerichtet.

Doch nicht nur an der Wasser-, sondern auch an der Verwaltungsfront hatte die Gemeinde mit ihren sieben starken Mitgliedskommunen zu kämpfen. Als "Herausforderung für die Verwaltung" bezeichnete der Bürgermeister die geplante Umstellung des Haushaltes in das doppische System. Defizite mit der Software machten das Vorhaben zunächst unüberwindbar.

Mit Sorgen berichtete Bernd Nimmich auch übe die Einführung und Umsetzung des Kinderförderungsgesetzes, das nicht nur Bördeland vor ungeahnte Probleme stellte, sondern auch andere Städte und Gemeinden. "Ich kann in Richtung der Politik nur sagen, dass dieses Gesetz einen erheblichen Mehraufwand in der Arbeit brachte und uns personell forderte", so Bernd Nimmich.

Nach den Bauvorhaben des Jahres 2013 stehen auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Projekte auf dem Plan der Gemeinde. So soll der Ergänzungsbau der Kindertagesstätte Welsleben, die Kostensumme beläuft sich auf mehr als 500000 Euro, im Sommer fertiggestellt sein. Zudem schafft sich Bördeland ein neues Feuerwehrfahrzeug an, das insgesamt 375000 Euro kostet.

Vor einer großen Herausforderung stehen die Einheitsgemeinde und die sieben Ortsteile am 25. Mai. Dann nämlich finden Wahlen statt: Es werden neue Mitglieder des kleinen Ortschaft und der großen Gemeinde gewählt, neue Kreistagsmitglieder, einer neuer Landrat und Abgeordnete für das Europäische Parlament. Diese fünf Wahlen ordentlich über die Bühne zu bekommen, ist für die Verwaltung eine riesige Aufgabe. Allein die Organisation der vielen Wahlurnen stellt die Gemeinde jetzt schon vor ein logistisches Problem.

Einen Appell richtete Bürgermeister Nimmich auch an die Bürger von Welsleben, Biere, Eggersdorf, Eickendorf, Großmühlingen, Kleinmühlingen und Zens. "Die Zukunft liegt in ihren Händen. Gehen Sie nicht nur wählen an diesem Tag, sondern wenn Sie gefragt werden, ob sie ehrenamtlich ein politisches Amt übernehmen möchten, überlegen Sie es sich."

Zum Schluss seiner Rede wurde Bürgermeister Nimmich sehr persönlich. Er wünschte sich allgemein mehr Respekt zwischen den Menschen, mehr Achtung voreinander, dass das Handeln eines jeden Einzelnen positiv bestimmt ist und mehr gegenseitiges Vertrauen.

Erstmals wurden zum Neujahrsempfang in diesem Jahr drei Bürger für ihr ehenamtliches Engagement ausgezeichnet (Volksstimme berichtete). Es waren Sabine Nagel (Kleinmühlingen), Christa Sieber (Eggersdorf) und Horst Schäfer (Kleinmühlingen).