Die jüngst in Betrieb genommene Werkhalle der Matthias-Claudius-Haus-Stiftung im Neubrandslebener Weg in Oschersleben trägt den Namen "Alte Brauerei". Und das, obwohl in dem Neubau Metall verarbeitet wird.

Oschersleben l In seiner Begrüßungsrede stellte der Stiftungsgeschäftsführer Michael Lange mit Stolz fest, dass Kosten und Bauzeit fast punktgenau gepasst hätten. "Die geplante Gesamtsumme von 1,2 Millionen Euro für das in nur sieben Monaten Bauzeit errichtete Gebäude wurde nicht überschritten. Eine Reserve ist sogar noch übriggeblieben", betonte Lange vor rund 100 Gästen.

Zu den Gründen des erforderlichen Neubaus verwies der Geschäftsführer auf die logistischen Anforderungen wie bessere Arbeitsabläufe, die der Marktsituation nun angepasst worden seien. In diesem Zusammenhang unterstrich er den Stellenwert der Stiftung als mittlerweile wichtigen Faktor am Unternehmensstandort Oschersleben. "Weitere Ziele des Neubaus waren die Verbesserung der Lebens- und der Arbeitsmarktchancen sowie das Steigerung des Selbstwertgefühls der hier arbeitenden Menschen mit körperlichen oder psychisch-seelischen Einschränkungen", fügte Geschäftsführer Lange hinzu.

Die Staatssekretärin des Sozialministeriums von Sachsen-Anhalt, Anja Naumann (SPD), lobte anschließend die reibungslose Umsetzung des Projektes. Außerdem hob sie hervor: "Menschen mit Behinderungen können Rechte auf den ersten Arbeitsmarkt bekommen, doch ist es für die Gesellschaft bis dahin ein schwerer Weg."

Der Landrat des Landkreises Börde, Hans Walker (CDU), lobte zudem die Professionalität der Stiftung sowie der bauausführenden Unternehmen. "Die aktuell diskutierten Themen zur Inklusion, also die Gleichwertigkeit eines jeden Individuums in unserer Gesellschaft, wird hier gelebt", betonte er.

40 Mitarbeiter in der Werkstatt

Mit dem Bau der neuen Werkhalle wurde im Juni des vergangenen Jahres begonnen. Bereits am 18. Dezember konnten das insgesamt 40 Meter lange und 26 Meter breite Gebäude durch die stiftungseigene Metall- und die Recyclingswerkstatt bezogen werden. Insgesamt 40 Mitarbeiter hantieren seit dem 7. Januar an Werkbänken, Schraubstöcken sowie Bohr-, Fräs- und Drehmaschinen. Außerdem gibt es Schweißarbeitsplätze sowie eine neue Box für Lackierarbeiten.

Eigenen Angaben zufolge baute die Stiftung ohne Fördermittel und musste dabei selbst tief in die Tasche greifen. Doch die Investition seien nötig gewesen, um sich durch die effiziente und termingerechte Erfüllung der Aufträge auf dem Markt behaupten und Folgeaufträge sichern zu können, hieß es weiter. Seit Jahren arbeitet die Matthias-Claudius-Haus-Stiftung mit Unternehmen aus der gesamten Region zusammen.

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