Spätestens bis zur Marathon-Wahl am 25. Mai soll eine neue Entschädigungssatzung für ehrenamtlich Tätige der Stadt Wanzleben - Börde beschlossen sein. Der Entwurf, der Kürzungen bei den Aufwandsentschädigungen vorsieht, stand auch bei der Ortschaftsratssitzung in Seehausen zur Debatte. Zuvor war Eckhard Jockisch erneut in das Amt des Ortsbürgermeisters gewählt worden.

Seehausen l Eckhard Jockisch, der Donnerstagabend konkurrenzlos von den Seehäuser Ortschaftsräten erneut und einstimmig auf den Posten des Ortsbürgermeisters gewählt worden ist, hat nicht nur eine extrem kurze Amtszeit von lediglich vier Monaten vor sich, sondern muss mit seiner Neuwahl ab März auch drastische Kürzungen hinnehmen.

Die bislang für den Posten monatlich ausgezahlte Aufwandsentschädigung von 900 Euro beläuft sich dann nur noch auf knapp 280 Euro. Unterm Strich sind das 620 Euro weniger. "Mit dieser Summe sind vielleicht gerade einmal die Fahrtkosten, die das Amt mit sich bringt, gedeckt. Mehr aber auch nicht", merkt der 70-Jährige an.

Der Rat wies den Entwurf der Entschädigungssatzung übrigens zurück - und zwar einstimmig. Die Kürzungen der Pauschalen für die Räte und Ortschefs spielten in der Debatte allerdings keine Rolle. Sie kritisieren vielmehr die darin erwähnte Entschädigungsregelung für die Kameraden der Feuerwehr.

"Wir sind eine freiwillige und keine Berufsfeuerwehr."

Hans-Werner Rudloff, Ratsmitglied

"Dabei geht es nicht um die aufgeführten fünf Euro pro Einsatz, sondern um die Einschränkung, dass nur dann gezahlt wird, wenn der Kamerad 40 Stunden Standortausbildung nachweisen kann. Wir sind eine freiwillige und keine Berufsfeuerwehr", gab Ortsrat und Feuerwehrmann Hans-Werner Rudloff zu bedenken. "Immer weniger Mitglieder kommen aus beruflichen Gründen auf die 40 geforderten Stunden. Selbst mit 35 Ausbildungsstunden scheiden sie aus dem aktiven Dienst. So werden es immer weniger, die im Ernstfall ausrücken können. Zu dieser Regelung gibt es Klärungs- und Handlungsbedarf."

"Für mich ist das eine Herzensangelegenheit"

Eckhart Jockisch, Seehausens Ortschef

Genauso wie beim zweiten Sorgenkind der Gemeinde. Eckhard Jockisch will sich auch in Zukunft in der Diskussion um drohende Schulschließungen für den Erhalt der Grund- schule "Ernst Sonntag" einsetzen. "Für mich ist das eine Herzensangelegenheit. Zum Schulkurs müssen alle Gemeinden ab sofort an einem Strang ziehen. Am Montag tagt dazu der Sozialausschuss um 19 Uhr im Wanzleber Rathauskeller. Ich hoffe, dass der Saal voll ist, und dass sich hier Vertreter aller fünf Grundschulen sowie Mitglieder aus dem Ausschuss zu einer Arbeitsgruppe zusammenfinden", sagt er.

Mit Blick auf die am 25. Mai bevorstehenden Neuwahlen, haben nicht nur die See- häuser Ortschaftsräte aus ihren eigenen Reihen abermals einen Ortschef zu bestimmen, auch der Wanzleber Stadtrat wird neu gewählt. Doch bis es soweit ist, ist das Gremium aufgefordert eine neue Entschädigungssatzung auf den Weg zu bringen.

Der Entwurf, in dem auch wieder ein Ortschaftsrat für Remkersleben vorgesehen ist, steht derzeit in den Orten zur Diskussion. So sollen die Pauschalen für die Ortschaftsräte gekürzt werden. Der gesetz- liche Höchstbetrag pro Monat liegt bei 25 Euro, der allerdings nicht für alle Gemeinden greifen würde. Denn ein Ortsrat in Eggenstedt würde nur eine Monatspauschale von 7 Euro beziehen. Pro Sitzung kommen jeweils 13 Euro hinzu. Im März soll das Zahlenwerk dem Hauptausschuss vorgelegt werden, teilt die Verwaltung mit. Danach hat der Stadtrat das letzte Wort.

Bereits im vergangenen Jahr war die Kürzung der Aufwandsentschädigungen für die Ortsbürgermeister per Satzung beschlossen worden. Die Überarbeitung wird nötig, weil ab der neuen Legislaturperiode die Entschädigungshöhen den Einwohnerzahlen anzupassen sind. Außerdem müssen die zusätzlichen Ausgaben für den neuzuwählenden Remkers- leber Ortsrat und -chef neu geregelt werden. Der Remkersleber Ortschef würde demnach monatlich 146 Euro bekommen.

Wanzlebens Ortsbürgermeister Sandro Meyer bezieht bereits eine Monatspauschale entsprechend des Rund- erlasses. Diese beträgt 389 Euro. Er war der erste Ortschef in der Einheitsgemeinde, der im Vergleich zu ähnlich großen Gemeinden eine geringere Entschädigung ausgezahlt bekommen hat. Der Grund: Meyer ist erst mit Gründung der Stadt Wanzleben - Börde in das Amt gewählt worden.

Domerslebens Ortsbürgermeister Hartmut Thiele bezieht seit 2013 für seinen Posten 167 Euro. Sein Vorgänger bekam 600 Euro. Mit der neuen Satzung soll der Domersleber Ortschef dann mit 169 Euro entschädigt werden

Werner Jander (CDU), der im vergangenen Jahr aus den Reihen des Hohendodeleber Ortsschaftsrates gewählt worden war, erhält für das Amt im Vergleich zu seinem Vorgänger 589 Euro weniger. Die Pauschale war mit einer erst im vergangenen Jahr beschlossenen Satzung von 850 auf 261 Euro gekürzt worden. Ab der Legislaturperiode 2014 soll es drei Euro weniger und damit nur noch 258 Euro geben.

Das Ortsbürgermeisteramt in Klein Wanzleben würde ab Juli 2015 statt der bislang veranschlagten 850 Euro nur noch mit 260 Euro entschädigt werden. In Dreileben fällt ab Juli 2015 die Pauschale von 500 Euro auf 126 Euro. In Bottmersdorf ab Mai 2014 von 475 auf 160 Euro. In Eggenstedt schrumpft ab Mitte Juli 2015 die Ortschef-Pauschale von bislang 350 Euro auf schlappe 77 Euro.

In Groß Rodensleben soll der Betrag ab Juli 2015 von 750 Euro auf 164 Euro und in Klein Rodensleben zeitgleich von 400 auf 130 Euro gesenkt werden.