In der Debatte um drohende Schulschließungen sind sich die Mitglieder des Sozialausschusses einig. Es gilt alle fünf Grundschulstandorte zu erhalten. Um den öffentlichen Druck zu erhöhen, sollen sich die Fördervereine der Grundschulen zu einer Arbeitsgruppe zusammenschließen. Die Fäden hierfür laufen bei Seehausens Ortsbürgermeister Eckhard Jockisch zusammen. Er will die Kräfte bündeln.

Wanzleben l "Wenn ich lese, dass unser Ministerpräsident Reiner Haseloff vorhat, für Sachsen-Anhalt ab 2015 mit einer neuen Frühaufsteher-Kampagne zu werben, kann ich mich nur dem von einem Volksstimme-Leser dazu sarkastisch verfassten Slogan-Text ,Wir sparen uns früher dumm\' nur anschließen", wetterte Seehausens Ortsbürgermeister Eckhard Jockisch gestern mit Blick auf die derzeit heftig umstrittenen Schulschließungssparpläne des Landes.

Hierzu hatten auch die Mitglieder des Sozialausschusses im Rahmen ihrer jüngsten Sitzung Montagabend mehr als deutliche Worte gefunden. Der Tenor einstimmig: "Wir müssen uns mit aller Kraft gegen die Schulschließungspläne des Landes wehren. Die für dicht besiedelte Gebiete geforderte Mindestschülerzahl von 80 ist für unsere Region glatter Nonsens. Die Zahl muss auf 60 fallen. Ich verstehe auch nicht, wie wir in punkto Bauausweisung jemals als ,dicht besiedeltes Gebiet\' eingestuft werden konnten? Wer hat das eigentlich entschieden?", fragte Klein Wanzlebens Ortsbürgermeister Horst Flügel ungläubig in die Runde, der im Kampf um den Erhalt der Schulen die Idee zu einem Zusammenschluss aller Fördervereine begrüßt.

"Alle Gemeinden, die das Aus ihrer Schule befürchten müssen, sollten jetzt an einem Strang ziehen", merkte Eckhard Jockisch an. Ausschussvorsitzende Monika Hoppe erklärte ihn dafür federführend verantwortlich, die Gründung einer Arbeitsgruppe anzuschieben. Seehausens Ortschef, der bereits Mitte Januar in die Bördegemeinde zu einem Schul-Informationsabend in den Saal "Zur Sonne" eingeladen hatte, will nun mit Unterstützung der Ortsbürgermeister die Kräfte bündeln. "In den kommenden vier Wochen soll es das nächste Treffen im Sonnensaal geben. Dabei soll ein gemeinsames Konzept erarbeitet werden", kündigte er an und ruft alle Fördervereine dazu auf, sich bei ihm telefonisch unter 0151/41671820 zu melden. "Wir müssen jetzt Nägel mit Köpfen machen, sonst verpufft das Thema", ist er sich sicher. Er selbst pflegt bereits den Kontakt zum "Grundschulen vor Ort-Aktionsbündnis Sachsen-Anhalt". "Der Widerstand im Land wächst. Unser Ziel sollte es sein, dass diese wahnsinnige Zahl von 80 Schülern pro Schule aus der Verordnung gestrichen wird", erklärt Eckhard Jockisch. Der Ausschuss sprach Montagabend dem Stadtrat die Empfehlung aus, auf seinen "alten" Beschluss, an allen fünf Schulen festhalten zu wollen, weiterhin zu pochen.