Um einen gemeinsamen Kurs im Kampf gegen die drohende Schulschließungen einzuschlagen, lädt Seehausens Ortsbürgermeister Eckhard Jockisch im Auftrag des Sozialausschusses alle Eltern, Schul- und Kita-Fördervereinsmitglieder sowie Stadt- und Ortschaftsräte zu einer nächsten Gesprächsrunde ein. Der Infoabend beginnt am 20. Februar im Sonnensaal um 18 Uhr.

Seehausen l "Bei diesem zweiten Treffen geht es darum gemeinsam die nächsten Schritte zu besprechen und festzulegen, um den drohenden Schulschließung in der Stadt Wanzleben - Börde etwas entgegenzusetzen", erklärt Seehausens Ortsbürgermeister Eckhard Jockisch, der am 20. Februar im Saal "Zur Sonne" auch dafür werben will, sich dem "Aktionsbündnis Grundschulen vor Ort" anzuschließen. Die Initiative fordert in Sachsen-Anhalt, dass die bestehenden Schulgesetze den Verhältnissen und Gegebenheiten des ländlichen Bereiches angepasst werden. Walter Helbling habe als Vertreter des Aktionsbündnisses sein Kommen und seine Unterstützung bereits zugesagt, berichtet Eckhard Jockisch, der im Namen des Sozialausschusses alle Eltern, Bürger, Schul- und Kita-Fördervereinsmitglieder sowie Orts- und Stadträte zu jenem zweiten Informationsabend im Kampf um den Erhalt der Grundschulen einlädt. Zur ersten Diskussionsrunde Mitte Januar waren der Einladung rund 150 Bürger gefolgt. Der Unmut, der hier bereits laut geäußert wurde, wird in den nächsten Wochen nicht nur die Landes-, sondern auch Kommunalpolitiker beschäftigen.

Denn weil der Seehäuser Grundschule in diesem Sommer voraussichtlich zwei Abc-Schützen fehlen, muss sie erstmals um ihr Bestehen fürchten. Die Stadtverwaltung hat zwar schon einen Ausnahmeantrag für den hier zu erwartenden 13-köpfigen Einschulungsjahrgang gestellt, "doch trotz der Aussicht auf eine Ausnahmegenehmigung bleibt die Lage zur noch ausstehenden Debatte um die Schulentwicklungsplanung für die kommenden Jahre ernst", hatte Bürgermeisterin Petra Hort (Die Linke) jüngst in der Diskussion angemerkt. "Der Stadtrat muss in der Debatte bis zum Frühjahr Position beziehen", betonte sie. Die Empfehlung der Sozialausschuss-Mitglieder an den Stadtrat fällt einstimmig aus. Er soll an seinem Beschluss, alle fünf Schulstandorten erhalten zu wollen, auch weiterhin festhalten.

In der Debatte gibt Klein Wanzlebens Ortsbürgermeister Horst Flügel zu bedenken: "Am 25. Mai sind Kommunalwahlen. Da sollten wir alle vorher darüber nachdenken, wer in diesem Punkt unsere Interessen vertritt." Flügel hatte sich bereits auf der jüngsten Sozialausschusssitzung darüber aufgeregt, dass der Kultusminister die Schülerzahlen vorgibt, aber den Beschluss zur Schließung einer zu kleinen Schule den Stadträten überlässt. "Wir sollen und dazu hier unten (im Stadtrat, Anmerk. d. Red.) die Köpfe einschlagen. Das finde ich richtig schlimm."

Das sieht auch sein Amtskollege Eckhard Jockisch so. "Dagegen müssen wir uns mit aller Kraft wehren. Das geht aber nur gemeinsam. Und zwar über die Gemeinde- und Kreisgrenzen hinaus, im Rahmen eines Aktionsbündnisses", sagt er mit Blick auf den Infoabend. Alle Gemeinden, die das Aus ihrer Schule befürchten müssen, sollten jetzt an einem Strang ziehen.

 

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